60 Kilometer durch den Regen

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Von Mercedes weiter gen Norden

Mit Rest-Whiskey im Schädel hieß es für uns am nächsten Tag: Weiter gehts! Dieses Mal das Ziel: Irgendwo zwischen Mercedes und Paysandú, je nachdem wie weit wir kommen. Wieder Ruta 21, zwischendurch mal kurz etwas Gravel, zurück auf die 21, weiterhin viele Hügel, wieder mal gar nicht so warm. Zwar war gerade erst Ende Juni, d.h. der Winter in Südamerika hatte gerade erst angefangen, aber meinetwegen hätte er gerne sofort wieder vorbei sein können. Die Tage waren inzwischen einfach zu kurz (da es bereits um 18 Uhr dunkel wurde).

Nach knapp 60 Kilometern begannen wir am Nachmittag Ausschau nach einem Platz für unser Zelt zu halten. Puh, gar nicht mal so einfach in dieser Ecke Uruguays. Zwar ist hier überall viel Grün zu finden, allerdings aber leider auch genauso viele Zäune. Dahinter durchgehend von der Holzindustrie der Region in ordentliche Reihen gepflanzte Bäume. Dazwischen immer wieder abgeholzte Flächen sowie noch nicht ganz so große, aber in ebenso ordentliche Reihen gepflanzte, Bäume.

Auf unserer Karte entdeckten wir eine Tankstelle und beschlossen dort unser Glück zu versuchen. Die 10 Kilometer bis zu der Tankstelle waren auf jeden Fall noch locker drin bevor es dunkel wurde. Also hin da!

Warum Campen an einer Tankstelle?

Südamerikanische Tankstellen haben zwar nicht unbedingt die schönsten Campingplätze der Welt zu bieten, aber oft hinter der Tanke eine Wiese, die nicht eingezäunt ist und sich zum Campen eignet. Mitunter besser als direkt neben der Straße zu schlafen oder über irgendwelche Zäune zu klettern. Auch in Argentinien hatten wir unser Zelt bereits ab und an hinter Tankstellen aufgeschlagen wenn es an geeigneten Alternativen mangelte.

Zudem gibt es fast immer einen kleinen Shop (mit Getränken, Keksen, Snacks etc.) sowie Wasseranschlüsse und Toiletten. Manchmal auch Duschen (teils umsonst, teils gegen eine Gebühr). In Argentinien und Uruguay kann man zudem auch an so ziemlich jeder Tankstelle sehr günstig heißes Wasser kaufen (oft auch an Automaten, Mate-Sucht der Bewohner dieser Länder sei dank). Also letztlich irgendwie doch schon fast ein bisschen Luxus im Gegensatz zu einigen anderen Orten an welchen wir in den letzten Monaten unser Zelt aufgeschlagen haben.

Apropos Luxus: An diesem Abend campten wir nicht nur hinter der Tanke, sondern gönnten uns auch die teuerste 300g Tafel Schokolade, welche uns bisher auf unserer Reise untergekommen ist. Natürlich hatten wir die 300g bereits vor unserem Abendessen restlos eingeatmet als wir mit dem Aufbau unseres Zelts fertig waren. Radfahren macht einfach Hunger auf Zucker!

Ruta 21: Von der Tanke nach Paysandú

Was gibt es schöneres als morgens aus dem Zelt zu kriechen, wenn es direkt danach beim Frühstück anfängt zu regnen? Richtig! Vieles. Zum Beispiel wieder ins Zelt zurück kriechen oder (noch besser) einfach: kein Regen. An diesem Tag war beides nicht drin, da wir keine Lust hatten weiter in unserem Zelt hinter der Tanke zu hängen und darauf zu warten, dass der Regen irgendwann weniger wird.

Also: Einpacken! Uns in Regensachen und den Rest schnell und möglichst trocken in die Taschen verstauen. Unseren eigentlichen Plan warfen wir ebenfalls über den Haufen und passten unsere Route dem Wetter an. Ursprünglich hatten wir vor einen Umweg über Gravel in das am Fluss Rio Uruguay gelegene russische (ja, in Uruguay) Dorf San Javier zu fahren. Dank des Wetters schien dieser Plan jedoch wesentlich weniger attraktiv als am Abend zuvor. Also lieber direkt nach Paysandú und ab in die trockene Wohnung unserer Warmshowers Hosts.

Nach rund 30 Kilometern, großteils in strömendem Regen, erblickten wir eins der wenigen Bushäuschen der wenig bewohnten Region. Unsere Regenklamotten waren inzwischen auch von innen feucht. Während wir uns ein paar Snacks genehmigten, versuchten wir daher die Klamotten unter dem Dach des Bushäuschens zumindest minimal zu trocknen.

Bevor es weiter ging schrieben wir noch kurz eine Nachricht an unsere Gastgeberin, dass wir bereits am frühen Nachmittag bei ihr eintreffen würden. Natürlich regnete es auch nach unserer Pause immer noch. Also zurück in die (natürlich leider immer noch recht feuchten) Regenklamotten und in den kühlen Regen.

Paysandú

Weitere 30 Kilometer später standen wir klatschnass und bis zur Nasenspitze matschig (unsere Räder und Taschen sahen natürlich auch nicht besser aus) vor der Tür unserer Gastgeber Gabi und Juan sowie Tochter Clara und Hund Lola. Erstmal heiß Duschen und endlich rein in trockene Klamotten!

Kurz darauf bei ein paar heißen Tassen Kaffee vorm warmen Kamin war das Leben direkt um einiges besser als im Regen auf der Landstraße.

Auch während der nächsten zwei Tage regnete es fast durchgehend. Wir waren entsprechend froh darüber, dass wir uns direkt nach Paysandú bewegt hatten statt in unserem Zelt auf das vermeintliche Ende des schlechten Wetters zu warten. Drei Nächte im schönen (und vor allem trockenen und warmen) Haus der kleinen Familie zu verbringen war definitiv die bessere Alternative.

 

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