Bastel-Olli in seinem Element

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Die drei Tage in Paysandu nutzten wir, neben ausgiebig zu futtern, auch um einige Kleinigkeiten für mein neuestes “Do it yourself” Projekt zu besorgen. Ich hatte mir nämlich in den Kopf gesetzt einen Gepäckträger für mein Vorderrad zu bauen. Mit der Hilfe von unseren Hosts Gabi und Juan waren die Teile schnell in zwei Baumärkten der Stadt besorgt.

Ein Aussteiger mit Werkstatt

Bei Couchsurfing waren wir auf das Profil von Tabaré gestoßen. Tabaré ist etliche Jahre um die Welt gereist und lebt mittlerweile etwas außerhalb von Paysandú. Auf seinem Profil erwähnte er das er eine gut ausgestattet Werkstatt habe. Das klang natürlich für mein Projekt sehr verlockend. Wir schrieben Tabaré also eine Nachricht und wurden von ihm daraufhin sofort in sein Haus und seine Werkstatt eingeladen.

6 Pudel und viele lustige Vögel

Nachdem wir uns von Gabi und Juan verabschiedetet hatten fuhren wir zunächst 13km auf der Ruta 3 bis wir einen riesigen Funkmast am Straßenrand sahen. An diesem Punkt sollten wir Tabaré anrufen damit er uns den restlichen Weg erklären könnte. Nach einem kurzen Telefonat verließen wir die Ruta 3 und fuhren noch ca. 3km über kleine Feldwege bis zu Tabarés Haus.

Am Tor des Anwesens begrüssten uns zunächst sechs kleine Pudel und etliche Hühner, Fasane und Pfaue. Während wir noch die Pudel-Rasselbande begrüssten erschien auch schon Tabaré und begrüsste uns mindestens genauso herzlich wie die winzigen Vierbeiner.

Warum möchtest du keine Kuh geschenkt haben?

Nach der Begrüßung zeigte uns Tabaré als erstes seine Werkstatt und freute sich tierisch, dass er anscheinend wirklich alles hatte was ich für mein Projekt benötigte.

Danach zeigte er uns einen kleinen Teil seines sechs Hektar großen Grundstücks. Nach seiner achtjährigen Weltreise, welche er Aufgrund des zunehmenden Alters seiner Mutter beendet hatte, hatte er dieses gekauft und beschlossen sich aus dem, wie er es nannte, “kapitalistischen Spiel” zurückzuziehen.

Beinahe alles was er zum Leben braucht baut er seitdem selbst an und versucht sinnlose Arbeit weitgehend zu vermeiden. Wenn er doch für irgendetwas Geld braucht verkauft er gelegentlich eines seiner Federviecher. Ansonsten tauscht er vieles mit seinen Nachbarn oder lebt von dem was ihm seine Tiere und sein Land schenken.

Eine alte Freundin wollte ihm vor einigen Wochen eine Kuh schenken. Dieses Geschenk lehnte er aber ab, da er selbst keine Milch trinkt. Seine Freundin sagte, er könne ja die Hunde mit der Milch füttern. Damit habe sie theoretisch zwar recht, sagte er, aber täglich zu Melken wäre trotzdem eine weitere sinnlose Arbeit. Die Hunde leben auch so sehr gut von dem Ertrag des Landes und eine einzelne Kuh wäre zudem noch einsam.

3,50€ für einen Gepäckträger

Nach unseren Spaziergang ging ich sofort in die Wekstatt und begann mit der Konstruktion des Gepäckträgers. Während ich mich die nächsten zwei Stunden mit sägen, feilen und schweißen in der Werkstatt vergnügte, ging Sarah auf Fotosafari und half Tabaré beim füttern des Federviechs. Insgesamt hat uns der neue Gepäckträger 3,50€ und ca. zwei Stunden arbeitet gekostet.

Ein ausführliches Manual  zum Nachbau findet ihr in unserer Tipps und Tricks Ecke.

Upcycling

In der Werkstatt hatte ich eine alte verbogene Antenne entdeckt und mir dabei gleich eine neue Variante für unseren Biertisch überlegt. Während unseres gemeinsamen Abendessens fragte ich Tabaré ob er die Antenne noch brauchen würde. Er fragt mich was ich damit denn genau vorhabe. Als ich ihm meine Idee erklärte war er sofort begeistert und sagte, dass er es liebe aus alten Sachen neues zu bauen und genau aus diesem Grund die Antenne nicht weggeworfen hätte.

Da es mittlerweile schon spät geworden war und wir den Abend lieber bei einer Flasche Wein ausklingen lassen wollten, beschlossen wir eine weitere Nacht bei Tabaré zu bleiben.

Am nächsten Morgen machte ich mich dann an die Version 3 unseres Biertisches. Auch hierzu findet ihr ein Manual in unserer Tipps und Tricks Ecke.

Termas de Guaviyú

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von Tabaré und der Rasselbande und machten uns auf dem Weg in Richtung der Termas de Guaviyú. Eigentlich hatten wir für die Strecke von ca. 77km zwei Tage eingeplant. Unser Plan sah vor bis kurz vor die Thermen zu radeln und die Nacht irgendwo in der Nähe im Zelt zu verbringen, um dann den kompletten darauffolgenden Tag in den Thermen zu verbringen.

Obwohl wir uns für die Gravel-Variante über Nebenstraßen entschieden hatten, rollte es an diesem Tag sehr gut und so hatten wir gegen Mittag schon mehr als 40km zurückgelegt.

Während unserer Mittagspause änderten wir deshalb unsere Pläne und beschlossen direkt zu den Thermen zu fahren.

Bus als Alternative zur Post

Leider stellten wir während unsere Mittagspause fest, dass ich Teile unseres neuen Biertisches bei Tabaré vergessen hatte. Selbiger hatte dies anscheinend auch schon bemerkt und während wir noch nach einer Lösung für das Problem nachdachten rief er uns an und hatte auch direkt eine Lösung parat. Er wollte eh später nach Paysandú fahren und würde uns das Brettchen einfach mit dem Überlandbus nachsenden.

Somit beendeten wir unsere Mittagspause und radelten zügig die verbliebenen Kilometer bis zu den Thermen.

Eine Cabaña und Wellness für einen Toppreis

Gegen 15 Uhr erreichten wir die Themen. Wir hätten zwar für ca. 10€ Campen können, aber für 32,50€ (inkl. Eintritt in die Thermen) fanden wir eine eigene Cabaña (kleines Apartment) die bessere Variante. Außerdem waren für die Nacht Temperaturen um die Null Grad angekündigt und nach 39 Grad warmen Wasser fanden wir eine Nacht im Apartment durchaus attraktiver.

Nachdem wir ausgiebig Planschen waren, hatten wir eine Nachricht von Tabaré. Leider war es ihm nicht möglich das Paket direkt an die Thermen zu schicken. Er konnte es leider nur in den nächstgelegenen Ort schicken. Nach einem Blick auf die Karte stellten wir fest, dass der Ort 15km in die falsche Richtung entfernt war. Da wir wenig Lust hatten in der Dämmerung die insgesamt 30km zu fahren beschlossen wir das Problem auf mañana (morgen) zu vertagen.

 

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Comments 1

  1. Die kältesten Nächte im uruguayischen Winter – THE ROAD IS LIFE
    Reply

    […] wir das Problem mit unserem in Paysandú vergessenem Brettchen immer noch nicht geklärt hatten und dieses immer noch an einem Ort auf uns wartete an welchem wir […]

    11 September, 2019

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