Bilanz: 1 Monat Argentinien

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Nach einem Monat in Argentinien ist es mal wieder an der Zeit die Geldbörse auszuleeren und genau nachzuzählen. Im Vorfeld hatten wir schon damit gerechnet, dass wir in Argentinien mit weniger Geld als im Nachbarland Chile  auskommen würden. Was wir in einem Monat an tatsächlichen Ausgaben hatten, hat uns dann doch etwas überrascht.

Pesos

In 31 Tagen haben wir zu zweit 436,68€ ausgegeben und haben somit pro Tag lediglich 14,09€ gebraucht. Wer auf Bier, Schnaps und Zigaretten verzichtet könnte bei unserem Reisestil sogar mit nur 347,85€ im Monat auskommen. Auch weiterhin kochen wir komplett all unsere Mahlzeiten selber und verzichten konsequent darauf teure Softdrinks wie Cola oder Limonaden zu kaufen. Unsere Lösung in Form von 2L süßem Tee pro Person am Tag funktioniert auch weiterhin und spart einiges an Geld.

Ganz zu Beginn unseres Aufenthaltes im Land haben wir uns sogar für vier Tage in San Martin de los Andes in einer kleinen Pension eingebucht. Diese hätte uns eigentlich 100€ gekostet. Da wir uns aber gegenseitig für Booking.com geworben haben, kostete die Pension uns im Endeffekt nur 70€. Eine weitere Nacht haben wir für 6,25€ auf einen kleinen Campingplatz mit einer netten Betreiberin, dafür aber mit äußerst unfreundlichen Nachbarn, verbracht.

Einzige ausserplanmäßige Ausgaben verursachten zum einen, dass meine Brille eines Morgens in der Mitte zerbrach. Bis zum nächsten Optiker konnte ich mir zum Glück mit Gaffa-Tape behelfen. Die Kosten für eine neues Gestell waren mit 12,79€ zum Glück sehr gering. Zum anderen habe ich mir an der ersten Mate in Argentinien so dermaßen die Lippen verbrannt, dass mein alter Freund Herpes sich mal wieder meldete und wir 2,95€ in die Bekämpfung investieren mussten.

Ein ausgeruhter Radfahrer ist ein glücklicher Radfahrer

Von den ersten 31 Nächten in Argentinien haben wir 9 in unserem Zelt geschlafen. Die Gastfreundlichkeit der Argentinier ist einfach überwältigend. 15 Nächte haben wir bei Privatpersonen verbracht. 14 Nächte davon haben wir vorher über Plattformen wie Warmshowers und Couchsurfing angefragt. Einmal wurden wir, als wir eigentlich die Nacht bei den Bomberos (Feuerwehr) verbringen wollten, spontan von einem der Feuermänner mit den Worten: “Es ist zu Kalt bei mir auf der Arbeit.” mit nachhause genommen.

Durch unsere Begegnung mit dem Fotografen Ezequiel  haben wir noch eine weitere Möglichkeit zum Übernachten gefunden. Seine Schwester vermittelte uns nämlich einen Kontakt zur örtlichen Sporthalle. Gerade auf unserem Weg von den Anden an den Atlatik auf der Ruta National 23 war dies eine sehr gute Möglichkeit den kräftigen Winden der Pampa zumindest Nachts zu entkommen.

Bike Nerd Shit

An 17 Fahrtagen haben wir insgesamt 1.068,3Km zurückgelegt. Für diese haben wir 57:49:00min im Sattel gesessen. Damit hat sich unsere Reisegeschwindigkeit deutlich erhöht.

Dies erklärt sich vorallen durch die weitaus geringere Anzahl an Höhenmetern (5.939Hm) die wir zu bezwingen hatten. Ein weiterer grosser Faktor war, dass die Winde der Pampa meist zu unseren Gunsten – von den Anden in Richtung Atlantik – pusteten. Somit konnten wir auf der Ruta National 23 einen weiteren kleinen Rekord für uns selbst verbuchen: Für die 90,9Km zwischen Los Menucos und Ramos Mexía brauchten wir gerade einmal 2:53min und waren somit mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,4km/h unterwegs.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit des ersten Monats in Argentinien liegt mit 18,4km/h ganze 4,3km/h über der, der ersten 74 Tage unserer Reise.

Im ersten Monat in Argentinien hatten wir nur einen platten Reifen. Ob sich dieser durchaus positive Trend fortsetzen wird, wird die Zeit zeigen.

Bike-Service

Ich verfolge seit längeren in diversen Radreisegruppen etliche Diskussionen zum Thema Haltbarkeit von Antriebskomponenten. Ich möchte niemanden seine Kompetenz absprechen und bleibe in diesen Diskussionen meist still. Dennoch muss ich in vielen Fällen schmunzeln. Ich glaube, dass eine Kassette bei der richtigen Pflege deutlich über 3500Km Lebensdauer hat. Aus diesem Grund sehe ich unsere Reise auch als persönlichen Feldversuch. Wir fahren beide günstige Shimano Deore Schaltungen mit CS-HG 50 Kassetten. Zusätzlich nutzen wir zwei Shimano HG-X Ketten pro Rad die alle 1000Km gewechselt werden.

Was die Pflege und Wartung meiner Räder angeht bin ich schon immer sehr penibel. Als ich vor der Reise mein geliebtes Bahnrad verkauft habe, staunte der neue Besitzer bei der Besichtung nicht schlecht und fragte, ob das Rad wirklich bereits 4 1/2 Jahre alltagsgebrauch hinter sich hätte.

Auch auf Reisen kann/will ich dies nicht abstellen und somit pflege ich unsere Räder regelmäßig. Insgesamt habe ich im ersten Monat in Argengtinien fünf komplette Reinigungen der Antriebe durchgeführt. Hinzu kommen noch einige Quick and Dirty Reinigungen, die ich lediglich mit einer groben Bürste am Abend durchführte. Ich kann es einfach nicht übers Herz bringen am nächsten Morgen mit einem knarzenden Antrieb in den Tag zu starten. Nach nun insgesamt 2640,5Km sehen beide Kassetten noch aus wie neu. Ob sich der Aufwand des Putzens und das zusätzlich Gewicht der Wechsel-Ketten auf die Dauer rentiert wird sich mit der Zeit zeigen.

Alle Tourdaten wurden mit dem Forumslader  aufgezeichnet und mit einem Sigma BC 14.12 zusätzlich kontrolliert. Auch diesmal geht wieder ein grosses Dankeschön an *camo  für das Erstellen der Grafiken.

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