Bilanz: 1 Monat Chile

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Einen Monat sind wir inzwischen in Chile mit dem Rad unterwegs. Zeit für eine erste Bilanz unserer Radreise in Sachen Geld, Übernachtungen sowie Radfahren.

Money, Money, Money!

Vor unserer Abreise aus Hamburg haben wir uns selbst ein Zielbudget gesetzt: 10 Euro pro Person und Tag. Vor unserer Ankunft in Chile war uns bereits bewusst, dass Chile eine der teuersten Ecken Lateinamerikas ist. Daher waren wir uns nicht sicher, ob wir unser gesetztes Budget wirklich einhalten können.
Nach einem Monat wissen wir jedoch: Dies war möglich ohne auf irgendetwas zu verzichten. So sind wir zuversichtlich, dass wir mit unserem angesetzten Budget auch problemlos durch andere, meist wesentlich günstigere, Länder Lateinamerikas kommen werden.
Damit unsere Bilanz als Hilfe für die Kostenplanung anderer Radreisen durch Chile dient, haben wir noch einige Anmerkungen zu den Grafiken und zu unserem Lebensstil unterwegs.

Selber kochen statt Essen gehen!

Der größte Kostenfaktor auf unserer Reise sind Lebensmittel. Diese haben wir, mit wenigen Ausnahmen, stets selbst zubereitet. Dies ist wesentlich billiger als Essen zu gehen.
So kostet zum Beispiel ein Kilo Linsen rund 1000 chilenische Pesos (zur Zeit ca. 1,30 Euro). Ein kleiner Streetfood-Snack (z.B. eine Empanada), der keine ganze Mahlzeit darstellt, kostet hingegen ebenfalls 1000 Pesos oder sogar mehr. Restaurants sind vergleichsweise sehr teuer. Statt für 10.000 Pesos pro Person und pro Speise essen zu gehen, kaufen wir daher lieber für den gleichen Preis Lebensmittel, die wir selbst zubereiten und von denen wir so wesentlich länger etwas haben.

In ländlichen Regionen verkaufen viele Menschen selbst angebautes Obst und Gemüse. Dies ist meist wesentlich günstiger als in Supermärkten in den Ortschaften. Hier kaufen wir unterwegs gerne mal einen Snack, um eine Pause, z.B. mit einem Beutel Erdbeeren (1 Kilo ist für rund 1500 Pesos erhältlich) oder ähnlichem, einzulegen.

Der Kostenpunkt Getränke setzt sich fast ausschließlich aus Limonaden und Säften zusammen. Leitungswasser ist bisher fast überall trinkbar, daher mussten wir keins kaufen. Ab und an haben wir unterwegs gestoppt, um an einem Haus nach Wasser zu fragen. Manchmal kam zudem unser Wasserfilter zum Einsatz.

Wer keine ganz so große Liebe zu Bier und auch ansonsten weniger Laster (Tabak) mitbringt, kann an dieser Stelle noch einiges einsparen. Aber: Vor allem Bier mögen wir nach einem Tag auf dem Rad in der Hitze eben verdammt gerne.

Alternativen zu teuren Unterkünften

Die meisten Nächte auf unserer Reise haben wir bisher bei Warmshowers sowie Couchsurfing Gastgebern verbracht.
Auch unter den Punkt Sonstiges fallen Übernachtungen bei Privatpersonen, für welche wir ebenfalls nicht zahlen mussten. Diese haben sich zum Beispiel aufgrund von Empfehlungen (Freunde von Gastgebern) sowie aufgrund von spontanen Einladungen ergeben.


Nur vier Mal haben wir wild gecampt. Aufgrund vieler Zäune sowie brüllender Hitze und oft staubigen Straßen sowie dem damit verbundenem Bedürfnis unter eine Dusche zu springen, haben wir meist jedoch bevorzugt, uns einen anderen Schlafplatz zu suchen.
Vier von fünf bezahlten Nächten haben wir auf Campingplätzen verbracht. Hier haben wir im Durchschnitt etwa 10.000 Pesos pro Nacht und Zeltplatz bezahlt. Hier kann man jedoch auch weniger (ab 2.000 Pesos pro Person) sowie wesentlich mehr (bis zu 28.000 Pesos pro Zeltplatz) ausgeben.
Eine Nacht haben wir zudem eine Cabaña gebucht. Letztere war mit einem Kostenfaktor von 25.000 Pesos ebenfalls verhältnismäßig günstig für dieses Land. Hätten wir stets (günstige) Air B’nB’s, Hotels o.ä. gewählt, wären wir mit unserem angesetzten Budget in Chile absolut nicht ausgekommen.

Distanzen, Höhen und platte Reifen

Da wir für lange Zeit unterwegs sein wollen, haben wir es nicht besonders eilig. Das bedeutet für uns auch, dass wir, wann immer es uns irgendwo gut gefällt, gerne ein paar Tage Pause einlegen. Sei es, um einfach nur zu entspannen und zu kochen, in Ruhe unsere Räder und Wäsche zu reinigen oder die Gegend zu erkunden. So saßen wir im letzten Monat lediglich an 16 Tagen auf dem Rad.

Die aufgeführten Daten haben wir mit dem Forumslader erfasst. Dieser ist zudem überaus praktisch, da wir damit beim Fahren unseren eigenen Strom erzeugen können. Dank einer Sonderanfertigung können wir mit unserem Forumslader nicht nur unsere Handys (die wir für die Navigation nutzen), sondern sogar die Akkus unserer Drone laden.


Als Menschen die gewohnt sind durch das flache Norddeutschland zu radeln, haben uns die bisher zurückgelegten Höhenmeter persönlich am meisten beeindruckt. Die Tatsache, dass es irgendwann noch über die Anden geht, scheint uns nach über 7000 Höhenmetern wesentlich weniger besorgniserregend als noch vor einem Monat.
Wir waren sowohl auf gut asphaltierten Straßen als auch auf steinigen, sandigen Wegen unterwegs. Dies spiegelt sich natürlich auch in unserer Durchschnittsgeschwindigkeit wieder. So waren wir auf Asphalt, außerhalb großer Steigungen, oft um einiges schneller und auf enorm Radfahrer unfreundlichen Wegen dafür umso langsamer unterwegs.

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Ein ganz besonderes Dankeschön geht an dieser Stelle noch einmal an camo*, der die Grafiken für diesen Beitrag designt hat. Muchas Gracias Phillip.

Comments 2

  1. Bilanz: 74 Tage Chile – THE ROAD IS LIFE
    Reply

    […] Alle anderen Kostenfaktoren sind ziemlich konstant geblieben. Genauere Infos zu unserem Lebensstil auf Reisen sowie Tipps um kostengünstig zu reisen findet ihr in unserer 1 Monatsbilanz Chile. […]

    20 April, 2019
  2. Bilanz: 1 Monat Argentinien – THE ROAD IS LIFE
    Reply

    […] hatten wir schon damit gerechnet, dass wir in Argentinien mit weniger Geld als im Nachbarland Chile  auskommen würden. Was wir in einem Monat an tatsächlichen Ausgaben hatten, hat uns dann doch […]

    31 Mai, 2019

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