Camping, Cops, Kulturevents

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Von Miramar weiter über die Ruta 11

Der Abschied von Juan, seinen Dackeln und seinen selbstgebauten Tallbikes fiel wieder einmal etwas schwerer. Aber: Die Reise muss weiter gehen! Also schwangen wir uns mal wieder vormittags auf unsere Räder. Es ging zurück auf die Ruta 11. Juan begleitete uns an diesem Morgen noch etwa 20 Kilometer mit seinem Tallbike. Danach waren wir wieder alleine unterwegs.

Mar del Plata

In der Großstadt Mar del Plata wollten wir nicht stoppen. Durchfahren mussten wir aber trotzdem, da die Stadt – das größte und bekannteste Seebad Argentiniens – direkt auf der Ruta 11 liegt. Die Küstenstraße war überraschend leer und entspannt mit dem Rad befahrbar. Mitunter lag dies daran, dass derzeit Winter und keine Saison ist.

Während einer kurzen Pause an der Küstenpromenade kamen zwei Jungs auf uns zu. Die zwei, schätzungsweise 18-jährigen, planen gerade ihre erste Radreise. Beide hatten ungefähr eine Million Fragen an uns, welche wir natürlich gerne versuchten zu beantworten.

Campen und Cops

Nach rund 100 Kilometern beschlossen wir uns einen Platz für die Nacht zu suchen. Aufgrund mangelnder vorhandener Möglichkeiten fiel die Wahl auf einen Rastplatz (eigentlich eher ein sehr breiter Grünstreifen neben der Straße mit einigen Bänken). Immerhin hatten wir hier die Möglichkeit unser Zelt hinter ein paar kleinen Bäumen zu verstecken.

So versteckt waren wir dann wohl doch nicht: Als es bereits dunkel war und wir gerade in unser Zelt kriechen wollten, hielt auf einmal ein Auto an. Irgendwer leuchtete mir mit einer viel zu hellen Taschenlampe ins Gesicht. Ach, Moin, Polizei.

Der Polizist hatte von der Straße aus eine Reflektion unserer Radtaschen erblickt. Nachdem wir geklärt hatten, dass wir diese noch in unser Zelt stellen, an diesem Tag leider nicht weiter fahren konnten, der nächste Ort zu weit weg war, wir nicht im dunkeln fahren wollen und eben einfach einen Platz brauchten, an welchem wir ein paar Stunden schlafen können, zogen die beiden Cops wieder von dannen.

Ruta 11 bis Pinamar

Während unserer ersten Kilometer am nächsten Tag stellten wir ernüchtert fest: Irgendwie wirkte die Gegend entlang der Ruta 11 auch weiterhin nicht so, als ob wir hier im Laufe des Tages irgendwann auf einen versteckteren Schlafplatz als am Vorabend stoßen würden.

Aus diesem Grund fuhren wir von der Straße ab und in das Dörfchen Villa Gisell hinein. Hier hatten wir wieder Internet Empfang und konnten Couchsurfing nach Hosts in der Umgebung befragen. So schickten wir eine sehr kurzfristige Anfrage an Guido in Pinamar. Und siehe da: Minuten später hatten wir eine Antwort. Hierüber freuten wir uns riesig und radelten nun entspannt weiter über die Ruta 11.

Pinamar

Nach etwa 70 Kilometern und ein paar weiteren Stops (Snacken, Fotografieren & Kaffee trinken sind auf so einer Radreise schließlich ebenfalls sehr wichtig) erreichten wir Pinamar am Nachmittag.

Da Guido noch bis 18 Uhr arbeiten war, versteckten wir unsere Räder hinter seinem Haus und unsere Kostbarkeiten in seinem Grill, bevor wir uns auf die Suche nach einem Supermarkt machten. Natürlich waren wir, wie immer, schon wieder hungrig.

Ausgestattet mit Snacks und kühlem Bier setzen wir uns wenig später in Guidos Garten und warteten dort darauf, dass er endlich Feierabend hatte. Dies ging schneller als gedacht. Noch bevor wir unser Bier ausgetrunken hatten stand Guido vor uns und drückte uns ein weiteres Quilmes (argentinisches Bier) in die Hand.

An diesem Abend stand vor allem ein Thema im Raum: Guido, welcher selbst im Marketing arbeitete, war gerade dabei einen Kulturevent im Ort zu planen. Da noch nicht klar war, wie die Lichtinstallation umgesetzt werden soll, befragte er Olli nach Tipps. Einen Lichttechniker als Gast zu haben fand Guido natürlich überaus praktisch.

Bei großen Portionen Gemüseravioli, weiteren Bieren sowie Weinen, quatschten wir uns noch eine ganze Weile fest.

Bevor es am nächsten Morgen schon wieder aus Pinarmar raus ging, fuhren wir gemeinsam mit Guido noch einen kleinen Umweg mit unseren beladenen Rädern zu der Location, in welcher der geplante Event stattfinden sollte. Olli spazierte für eine Weile mit Guido durch die Location und besprach dabei mögliche Aufbauten und Lichtbeleuchtungsvarianten für die unterschiedlichen Künstler.

Gegen Mittag saßen wir dann tatsächlich wieder auf unseren Rädern und es ging weiter in Richtung Buenos Aires.

 

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