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Die Ruta 72 von Oriente nach Lin Calel

Gegen 9 Uhr verabschiedeten wir uns von den anwesenden Feuerwehrmännern in der Feuerwehrwache in Oriente, wo wir die letzte Nacht verbracht hatten. Für uns ging es zurück auf die Ruta Provincial 72.

Wir hofften darauf nun schneller voranzukommen als am Vortag, an welchem uns massenhaft Matsch einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Seit einigen Tagen standen wir nämlich mal wieder in Kontakt mit Charles, einem kanadischen Radreisenden, welchen wir eine Weile zuvor in Viedma kennengelernt hatten. Deshalb wussten wir das Charles auf der gleichen Straße unterwegs war. Allerdings hatte er bereits drei Reisetage Vorsprung. Zum Glück hatte er an diesen nur kurze Strecken zurückgelegt. Plan war daher kräftig in die Pedale zu treten, um Charles in den nächsten Tagen einzuholen.

Kurz nach Oriente radelten wir an der Ruine eines Wasserkraftwerks vorbei. Charles hatte uns von diesem Ort bereits berichtet und uns diesen zum Campen empfohlen. Aufgrund von massenweise Matsch auf der Straße hatten wir es am Abend zuvor jedoch leider nicht mehr hier her geschafft.

Schade, denn der Ort wäre wirklich perfekt gewesen, um hier für eine Nacht das Zelt aufzuschlagen.

Kurz nach der Ruine war der Weg an einigen Stellen immer noch etwas matschig vom starken Regen einige Tage zuvor. Wir entdeckten Radspuren. Scheinbar hatte Charles hier ähnlich viel „Spaß“ gehabt wie wir auf unserem Weg nach Oriente.

Lin Calel: Eine weitere Bahnhofsruine entlang der RP 72

Etwa 40 Kilometer nach Oriente legten wir eine Snackpause an der Bahnhofsruine von Lin Calel ein. Auch von dieser hatte uns Charles bereits erzählt. Zwei Tage vorher hatte er Zuflucht vor dem Regen in dem alten Gebäude gesucht. 

Die, teils ziemlich zerstörten oder mit Taubenkacke übersäten, Räume wirkten wenig einladend, aber natürlich besser als im strömenden Regen zu sitzen. Wir waren trotzdem froh hier nicht für die Nacht stoppen zu müssen.

Nach unserer Pause radelten wir weitere 40 Kilometer. Auf die Karte schauen mussten wir hier nur selten, da wir immer wieder auf die Spuren von Charles’ Reiserad stießen. Wir mussten also immer noch auf dem richtigen Weg sein.

Die Kleinstadt Orense

Einige Kilometer vor der Kleinstadt Orense ging es zurück auf Asphalt. Nachdem wir zum „Mittag“ fast ausschließlich Erdnüsse gefuttert und mittlerweile 80 Kilometer zurückgelegt hatten, konnten wir gut eine Ladung Zucker gebrauchen. Da 16 Uhr – und damit, wie immer im ländlichen Argentinien, Siesta-Zeit war – waren wir sehr froh, dass wir überhaupt einen geöffneten Laden, ein Café, fanden.

Während Olli draußen die Räder bewachte, ging ich in das Café hinein und kaufte uns eine 2,5 Liter Flasche kalte Limonade. Zudem fragte ich die Besitzerin, ob sie unsere Wasserflaschen auffüllen könnte. Dies tat sie gerne und erzählte mir grinsend, dass am Tag zuvor erst ein anderer Radreisender bei ihr Eis gegessen hat und später von ihrem Nachbarn abgeholt wurde. „Der Radreisende war ein Kanadier und dein Nachbar heißt Francisco?“ erwiderte ich. Sie bejahte, was mich wenig überraschte. Francisco ist nämlich der einzige Warmshowers Host in Orense und auch wir hatten zuvor mit ihm Kontakt gehabt. Leider ist er nur Freitags und Samstags im Ort und wir erreichten diesen an einem Sonntag.

Wir waren also dort angekommen, wo Charles erst an diesem Tag gestartet war. „Wir wissen wo du gestern Eis gegessen hast und holen dich bald ein“ ließen wir ihn via WhatsApp wissen. Derweil kippten wir die zweieinhalb Liter Zuckerwasser in uns hinein und beschlossen, noch ein paar weitere Kilometer aufzuholen bevor es gegen 18 Uhr dunkel wurde.

Camping bei Cristiano Muerto

Knapp 20 Kilometer später stoppten wir, kurz hinter den winzigen Ort Cristiano Muerte. Da alle potentiellen Campingplätze von massenhaft Zäunen und noch mehr Kühen übersät waren, entschieden wir uns dafür unser Zelt an einem Feldweg, welcher auch die Zufahrt zu einem Grundstück war, aufzuschlagen.

Ein erneuter kurzer Kontakt mit Charles verriet uns, dass er sich nur noch gut 20 Kilometer vor uns befand. Mit diesem Wissen entschieden wir am nächsten Tag spätestens gegen 9 Uhr zu starten, um Charles – der gerne mal später losfährt – vielleicht schon während seines Frühstücks zu erwischen.

Where is… Charles?

Während wir am nächsten Morgen einen Kaffee tranken, lernten wir noch den Besitzer des Grundstücks kennen. Zwar wunderte er sich über unsere Anwesenheit, hatte aber kein Problem damit, dass wir direkt neben seiner Zufahrt genächtigt hatten.

Wir versuchten die 20 Kilometer bis Energía, wo Charles die Nacht verbracht hatte, möglichst schnell zurückzulegen. Der Wind blies uns leider entgegen und half dabei wenig. Angekommen in dem Dorf brauchten wir daher erst einmal neue Energie. Wir stoppten am Supermarkt, um ein paar Bananen zu futtern. Von Charles war weit und breit leider genauso wenig zu sehen, wie vom Handy-Empfang.

Da wir nicht wussten, wo genau Charles gecampt hatte, entschieden wir uns dafür weiter zu fahren und stoppten etwas später an der einzigen Straße, welche zum Balneario de los Angeles führt. Dort waren wir am Nachmittag mit mit ihm verabredet. Vielleicht hatte er diese Stelle ja noch nicht passiert, schließlich war es erst etwa 10.30 Uhr und für unseren Radfahr-Kumpel noch relativ früh. Ganz davon abgesehen waren wir nach unserem Bananen-Snack immer noch hungrig und hatten – wie immer eigentlich – durchaus Lust auf mehr Kaffee. Wir setzten uns kurzer Hand in den trockenen Graben am Rande der Strasse, da dieser der einige Windschutz weit und breit war.

Als Charles nach einer knappen Stunde immer noch nicht vorbei gefahren war, entschieden wir, weiter in Richtung Balneario Los Angeles zu fahren. Vielleicht war er heute ja doch mal früher aufgestanden.

Wenig später sahen wir eine Frau vor einer Dorfschule. Auf meine Nachfrage bestätigte sie: „Ja, hier ist heute schon ein anderer Radfahrer vorbeigekommen.“ Dies sei gerade mal etwas über eine Stunde her. Scheinbar waren wir also nur ein paar Minuten zu spät an dem Ort, an welchem wir unser Päuschen gemacht hatten. Mist! Wir hätten ihn zu gerne einfach abgefangen.

Balneario Los Angeles

Nach insgesamt 60km erreichetn wir das Balneario Los Angeles. Da winzige Dorf besteht ausschließlich aus Sandstraßen, liegt mitten in den Dünen und wirkte ausgestorben. Scheinbar ein Ferienort, welcher in der Offseason unbewohnt ist.

Während wir uns auf die Suche nach der „Cueva del Tigre“, unseren vereinbarten Treffpunkt mit Charles, machten, fuhr ein Auto an uns vorbei. Da unser Treffpunkt nicht auf unserer Karte zu finden war, hielten wir das Auto an und fragten nach dem Weg. Der, scheinbar einzige anwesende, Bewohner des Ortes hatte Charles bereits kennengelernt. Wir mussten gar nicht erst erklären, wen wir suchen. Nachdem wir ihn begrüßt hatten, sagte er direkt: “Ihr sucht den anderen Radfahrer, oder?” Mit diesen Worten stieg er aus seinem Auto und malt eine Wegbeschreibung in den Sand.

Am anderen Ende des Ortes fanden wir dann tatsächlich Charles – und ärgerten uns erneut über unser miserables Timing an diesem Tag: Er hatte gerade seine 1 Liter Flasche Bier ausgetrunken. Immerhin hatte er dieses tatsächlich im Ort gekauft.

Da wir auch Bier und mit Charles anstoßen wollten, machte ich mich wenig später auf die Suche nach dem Supermarktbesitzer. Zum Glück war dieser wieder in seinem Laden. Es war der Mann, welcher uns zuvor den Weg beschrieben hatte. Er erzählte mir, dass er selbst Radfahrer sei und der Einkauf war daher mit einem längeren Gespräch verbunden.

Wenig später kehrte ich mit einer Ortlieb Tasche voller Bier und Wein zurück. Auf die Tatsache, dass wir Charles endlich eingeholt hatten, stießen wir mit einigen Drinks an. Währenddessen tauschten wir Geschichten über die letzten, sehr matschigen, Tage am Lagerfeuer aus.

 

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