Die kältesten Nächte im uruguayischen Winter

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Termas de Guaviyu – Salto

Am nächsten Morgen checkten wir erst gegen halb 10 aus unserer Unterkunft aus und stiegen wieder auf unsere Räder. Auch zu dieser Uhrzeit war es noch ziemlich frisch und wir mussten tatsächlich schon wieder unsere dicken Jacken und warmen Handschuhe auspacken. Ich fragte mich, wann dieser südamerikanische, wenn auch sehr milde, Winter wohl endlich vorbei sein würde.

Die Ruta 3 auf welcher wir uns an diesem Tag fortbewegten war dank des vorhandenen breiten asphaltierten Seitenstreifens wieder perfekt zum Radfahren. Auch die Auto- und LKW-Fahrer waren weiterhin genauso rücksichtsvoll wie in anderen Ecken des Landes. Nachdem wir länger in Argentinien unterwegs waren, hatten wir uns irgendwie immer noch nicht daran gewöhnt, dass uns ausnahmslos alle mit reichlich Abstand oder sehr langsam überholen. Grandios.

Am frühen Nachmittag, rund 15 Kilometer vor unserem Tagesziel Salto, machten wir eine Snackpause. Da es immer noch sehr früh war und die perfekte Ruta 3 auch ziemlich langweilig war beschlossen wir noch einen kleinen Umweg über Gravel einzulegen.

Nach gut 60 Kilometern erreichten wir letztlich den Ort Salto. Der erste Eindruck war kein besonders schöner. Wir hatten scheinbar die Abfahrt durch das Armenviertel inklusive Industriegebiet erwischt. Olli legte direkt etwas an Geschwindigkeit zu. Während ich mich noch abmühte ihm hinterher zu kommen, sah ich aus dem Augenwinkel wie ein LKW versuchte einem Hund auszuweichen. Dabei ballerte er beinahe in den hinter mir fahrenden Bus – und letztlich dann doch in den Hund, wie die Geräuschkulisse erahnen ließ. Ich drehte mich um und sah den noch zuckenden, aber ansonsten komplett plattgefahrenen Hund auf der Straße liegen. Meine Laune war jedenfalls erst einmal im Keller und ich verbrachte die letzten Kilometer an diesem Tag damit Autos zu hassen.

Warmshowers in Salto

Dies änderte sich recht schnell, als wir unsere Gastgeber am anderen Ende des Ortes erreichten. Auf dem ländlichen Grundstück am Rande des Ortes begrüßten uns gut gelaunt ein älteres Paar sowie eine ganze Gang aus Hunden. Auch hordenweise verschiedener Vögel sowie Kühe gehörten zu den weiteren Bewohnern des Grundstücks.

Einzig Federico, der Sohn des Paares, welcher unsere Anfrage bei Warmshowers angenommen hatte, war nicht in Salto sondern gerade im Urlaub. Dies schien seinen Eltern jedoch nichts auszumachen, da sie ständig Radreisende bei sich zu Hause empfangen – auch wenn der Sohn mal wieder selbst irgendwo unterwegs ist. Begeistert berichteten beide von den vielen Radfahrern aus unterschiedlichsten Ecken der Welt, welche ihr Sohn ihnen schon vorbei geschickt hatte.

Päckchen senden? Mit dem Bus statt mit der Post!

Da wir das Problem mit unserem in Paysandú vergessenem Brettchen immer noch nicht geklärt hatten und dieses immer noch an einem Ort auf uns wartete an welchem wir nicht vorbei kommen würden, radelten wir später am Nachmittag noch einmal zurück ins Zentrum zum Busterminal. Pakete / Päckchen werden in Uruguay (wie auch in anderen Ecken Südamerikas) oft nicht mit der Post, sondern mit dem Überlandbus versendet. Schnell fanden wir den Verkaufsschalter der gesuchten Busgesellschaft. Im Handumdrehen war unser Problem gelöst: Der Umschlag mit unserem Brett könne spätestens am nächsten Vormittag wieder in einen Bus geladen werden und zu uns weiter reisen. Perfekt.

Letztlich holten wir unseren Umschlag am nächsten Nachmittag am Busterminal ab und hatten somit auch wieder unser komplettes Equipment beisammen. Zwar hätten wir vermutlich fast für den gleichen Preis ein neues Plastikbrettchen kaufen können, hatten uns aber aus zwei Gründen dagegen entschieden: Einerseits wollten wir keinen unnötigen Plastikmüll durch Faulheit verursachen (unser Brett wäre schließlich irgendwann nicht als nicht zugestellt in irgendeiner Tonne gelandet), andererseits hatte Olli unser Brettchen vor wenigen Tagen in Paysandú so umgebaut, dass es sich als kleiner (Bier-)Tisch für unser Rad verwenden ließ. Auch dieses neu errungene „Upgrade“ wollten wir nicht direkt wieder einbüßen.

Frost als Highlight

Letztlich blieben wir daher zwei Nächte in Salto. Diese stellten sich als die kältesten Nächte des diesjährigen uruguayischen Winters heraus.

Dies bedeutet konkret, dass Nachts Minusgrade (ca. -2 oder -3°C) herrschten und morgens tatsächlich Frost zu entdecken war.

Während ich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt höchstens genervt mit den Augen rolle, waren diese für die Familie bei welcher wir übernachteten sowie viele andere Uruguayer*innen ein echtes Ereignis. Unsere Gastgeber liefen die ganze Zeit zwischen draußen und dem Kamin umher und kommentierten dies immer wieder mit „Oh so schön, guck mal, so kalt, sooo schön…“ Auch im Radio war der Frost an diesem Morgen das einzige Thema.

Wie kommt man eigentlich zu Warmshowers, wenn man kein Rad fährt?

Am zweiten Abend konnten wir zudem auch Federico kennenlernen, der an diesem Abend aus dem Urlaub zurückkam. Vor dem Kamin im Halbkreis sitzend quatschten wir noch eine Weile. Dabei erfuhren wir unter anderem, dass Federico ebenfalls kein Radfahrer war und lediglich zufällig bei Warmshowers gelandet war.

Vor einigen Jahren hatte er sich vorgenommen auch mal so zu reisen, diese Idee jedoch nie umgesetzt. Dafür hat er bzw. seine Familie seitdem dutzende Radreisende empfangen. Bevor es ins Bett ging erwähnte er noch, dass er uns einen Kontakt in Bella Union vermitteln könnte. Diesen nahmen wir gerne, denn die kleine Grenzstadt stand ebenfalls noch auf unserer Uruguay-Agenda.

 

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