Die kleinen Dinge im Leben

  • Die kleinen Dinge im Leben
  • Die kleinen Dinge im Leben
  • Die kleinen Dinge im Leben
  • Die kleinen Dinge im Leben

Lincan Ray – Coñaripe

Am Vorabend hatte unsere Warmshowers Gastgeberin in Coñaripe gefragt, ob wir schon Vormittag bei ihr eintrudeln können. So schwangen wir uns, für unsere Verhältnisse, mal recht früh und ohne morgendlichen Kaffee in Lincan Ray auf unsere Räder. Ein kleines schnelles Frühstück musste vorher dennoch sein.

Die Strecke, welche uns an diesem Vormittag erwartete, war mit 20 Kilometern sehr kurz. Also radelten wir entspannt über die gut asphaltierte Straße entlang des Lago Calafquen.

So standen wir im Laufe des Vormittags bei Carla vor der Tür. Wir wurden mit der Frage ob wir schon gefrühstückt haben begrüßt. Wir bejahten, einigten uns jedoch sofort darauf, dass ein zweites Frühstück immer eine sehr gute Option ist.

Während wir mit Carla, ihrer Freundin sowie ihrer Mitbewohnerin in der Küche saßen und endlich auch unseren ersten Kaffee des Tages zu uns nahmen, erfuhren wir auch den Grund für die Nachfrage, ob es möglich sei, dass wir bereits am Vormittag anreisen. Carla und ihre Freundin wollten nämlich am gleichen Tag noch in den Urlaub fahren. Dies überraschte uns zwar, aber wir freuten uns umso mehr, dass sie uns trotzdem bei sich zuhause aufnahm. Letztlich wuselten die beiden noch den halben Tag unorganisiert umher und luden vor allem viel Essen für ihre Reise in ihr ausgebautes Auto.

Unsere zwei Nächte in Coñaripe verbrachten wir daher nicht mit mit unserem Warmshowers Host, sondern mit ihrer Mitbewohnerin sowie zwei flauschigen Hunden und zwei eher nervigen Katzen, welche über das Grundstück wuselten. Unsere Zeit in Coñaripe nutzen wir zum Hunde kuscheln, Wein trinken und nebenbei planten wir unsere restliche Route durch Chile und kochten mal wieder ausgiebig.

Coñaripe – Lago Pullinque

Die wunderschönen riesigen Seen in dieser Region liegen nicht sehr weit voneinander entfernt. Daher ging es für uns nach zwei Tagen in Coñaripe nur sehr gemächlich weiter in Richtung Süden. Einfach von einem See, inklusive hübschem Wildcamping Spot, zum nächsten.

Um zum nächsten See zu gelangen, mussten wir jedoch erst einmal wieder einige Meter bergauf strampeln. Da die Straße nur teilweise asphaltiert war und wir ein paar Mal zum filmen und fotografieren stoppten, erreichten wir den Lago Pullinque, erst am Nachmittag.

Unser Zelt bauten wir, wie so oft in dieser Region, mal wieder an einem öffentlichen Strand auf. Wie auch schon auf vielen Kilometern zuvor, finden sich neben der Straße nämlich fast ausschließlich abgezäunte Privatgrundstücke. So sind öffentliche Strände oft die beste Option wild zu campen – und auch die mit Abstand schönste.

Wir bauten unser Zelt direkt nach unserer Ankunft auf, in der Hoffnung, dass sich, wie auch am See zuvor, wieder niemand daran stören würde. Dies war zum Glück auch der Fall. Ein paar Locals, welche zum Baden vorbeikamen, als auch die Nachbarn vom Grundstück neben dem öffentlichen winzigen Strandabschnitt, grüßten freundlich. So genossen wir in Ruhe die wunderbare Aussicht auf den See und den Vulkan Villarrica, während wir unser Abendessen zubereiteten.

Als wir am nächsten Morgen erwachten, tröpfelte es mal wieder auf uns hinab. Der Regen an diesem Tag war jedoch eher „Hamburger Sonnenschein“. Dennoch hatten wir keine große Lust aus unserem Zelt zu kriechen, um uns nass pieseln zu lassen. Also warteten wir etwas ab. Wir hatten Glück und im Laufe des Vormittags klarte der Himmel nach und nach langsam auf.

Nachdem wir gefrühstückt und alles zusammengepackt hatten, war es bereits 13 Uhr. Da wir auch an diesem Tag ausschließlich bis zum nächsten See (wieder nur rund 30 Kilometer) radeln wollten, hatten wir dafür jedoch immer noch massenhaft Zeit.

Lago Pullinque – Lago Panguipulli

Auf dem Weg stellten wir fest, dass wir in Coñaripe wohl doch etwas mehr Vorräte für unsere Strecke hätten einkaufen sollen. Normalerweise haben wir eher mehr als wir benötigen dabei. Dieses Mal jedoch nicht und die Inhalte unserer Essenstasche gingen, langsam aber sicher, zur Neige. Da wir erst am nächsten Nachmittag wieder durch einen kleinen Ort rollen wollten, hielten wir Ausschau nach Einkaufsmöglichkeiten. Ausnahmsweise gab es auf unserer Strecke keine Möglichkeiten die Vorräte aufzustocken. Die sehr wenigen winzigen Läden entlang der 203-CH waren alle geschlossen. Off-Season lässt grüßen.

Da wir ungern hungrig (und vielleicht auch ein kleines bisschen verfressen) sind, versuchten wir es an einem geschlossenen Laden, welchen ein „Brot“-Schild zierte. Laut „Hola“ rufen bringt eigentlich immer etwas. Kurz darauf stand der Besitzer vor uns. Selbstverständlich hatte auch er kein Brot für seinen geschlossenen Laden gebacken. Dafür aber für sich selbst. Und zwei bekloppten Radfahrern verkaufte er scheinbar überaus gerne zwei noch warme, riesige und sehr schwere Brötchen. Wir freuten uns diebisch über unsere Beute, welche unsere mageren Gemüsereste am Abend noch zu einem richtigen Mahl werden ließ.

Zuhause in Deutschland hätte ich mich niemals so sehr über eine Kleinigkeit wie zwei gigantische Brötchen gefreut. Seit Beginn unserer Radreise, bin ich jedoch nicht nur viel hungriger als im Büro, sondern habe auch wieder neu gelernt Kleinigkeiten mehr zu schätzen und dafür dankbarer zu sein. Auch sauberes Wasser, eine warme Dusche oder einfach nur ein gerader Untergrund für unser Zelt gehören dazu. Etwas, das in einem sicherem Leben voller Routine gerne zu schnell abhanden kommt, da all diese Dinge so selbstverständlich scheinen.

Doch zurück zu unserer Route an diesem Tag: Nachdem wir das köstliche Gut in meiner Tasche verstaut hatten, machten wir uns auf die Suche nach einem Platz am See. Zufällig entdeckten wir ein großes Loch im Zaun. Statt des üblichen „Privatgrundstück“-Schildes war an dieser Stelle nur eins mit der Aufschrift „Nimm deinen Müll mit.“ zu entdecken. Das machen wir natürlich ohnehin, auch wenn es bis zum nächsten Mülleimer öfter mal ein paar Kilometer mehr sind. Umso mehr ärgern wir uns zwischendurch immer wieder über Menschen, welche ihren Dreck irgendwo in der Natur liegen lassen. So oder so: Wir lasen das Schild entsprechend als freundliche Einladung und schoben unsere Räder erst einmal ein paar Meter den Weg entlang.

Hinter Bäumen und Büschen erwartete eine riesige, perfekt zum campen geeignete, Wiese: schön gerader Untergrund, nicht sichtbar von der Straße und mit Zugang zum Lago Panguipulli. Entsprechend machten wir es uns gemütlich.

Unser Essen genossen wir, immer noch dem alten Mann, welcher unseren mageren Vorrat etwas aufgestockt hatte, dankbar, an diesem Abend gleich doppelt. Die einzigen Menschen, welche wir an diesem Tag noch erblickten waren zwei Kanufahrer, welche uns zuwinkend in den Sonnenuntergang paddelten.

 

♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Unterstütze uns!*

Wenn du Lust hast unsere Radreise zu supporten, gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten:

– Vorbestellung von einem selbstgemachten Schlüsselanhänger aus einer der Ketten mit denen wir derzeit tausende Kilometer durch Südamerika fahren. Sobald wir unsere Ketten tauschen, werden wir diese upcyclen, da wir unserem “Müll” gerne ein neues Leben einhauchen möchten. Ein kleines Stückchen unserer Reise kannst du im Anschluss erstehen und uns so helfen Spenden für unsere Fundraising Aktion für sauberes Trinkwasser zu sammeln. Mehr Infos findest du hier.

– Kaufe unser Buch “Outdoor Cooking – vegane Rezepte für den nächsten Roadtrip”  oder Sarahs erstes Buch “Vegan Guerilla – die Revolution beginnt in der Küche” . Einen kleinen Einblick in die Bücher findest du hier.

– Falls du dir gerade neue Ausrüstung zulegen möchtest, kaufe diese doch bei Globetrotter über unseren Partnerlink und wir bekommen eine kleine Provision dafür.

– Wenn du noch auf der Suche nach einer kostenlosen Kreditkarte bist, die du im Ausland ohne Gebühren nutzen kannst und die dir zusätzlich auch alle Fremdgebühren erstattet, nutze doch unseren Partnerlink zur Santander 1 Plus Visa KreditkarteWarum wir diese Kreditkarte nutzen erfährst du hier.

– Supporte unsere Reise & Hostinggebühren für diese Website mit einem kleinen Betrag via Kofi.

– Spende für unsere Fundraising Aktion für sauberes Trinkwasser & Viva con Agua de St. Pauli e.V. (gespendet Beträge gehen zu 100% an Viva con Agua. Du erhältst außerdem eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung!)

– Wenn du selbst gerade einen Urlaub planst & Unterkünfte buchen möchtest, kannst du dies über unsere Booking bzw. Airbnb Empfehlungslinks tun. Über die Links erhälst du für deine erste Buchung bei Booking 15€ & bei Airbnb 25€ und wir erhalten ebenfalls eine Gutschrift über den gleichen Betrag. Du verreist günstiger und wir können ebenfalls einen entspannten Offday einlegen.

* Dieser Absatz enthält Werbung in Form von Markennennungen, Verlinkungen und Affiliatelinks.

— Werbung aufgrund von Produktnennung —

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.