Durch den ländlichen Westen Uruguays

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Unsere Route durch Uruguay

Von Colonia del Sacramento ging es für uns weiter in Richtung Norden. Denn während alle die einmal in Uruguay waren von der Küste berichten, erzählt niemals jemand etwas vom Rest des Landes. Irgendwie spannend, fanden wir. Statt entlang der stärker vom Tourismus geprägten Küstenlinie zu radeln, entschlossen wir daher das weniger besuchte Innenland Uruguays entlang des gleichnamigen Flusses (Rio Uruguay) zu entdecken. Wir waren nämlich (zumindest fast) sicher: Schön ist es dort bestimmt auch und da, wo niemand hinfährt, sind auch nur wenige Autos unterwegs. Bestimmt perfekt zum Radfahren!

Gravel und Landleben

Unsere Route führte uns an diesem Tag zunächst rund 30 Kilometer über Gravel. Vorbei an unzähligen Wiesen, Schafen und Kühen sowie über mehrere kleine Brücken. Menschen und Häuser sahen wir in diesem Abschnitt kaum.

Ruta 21: Zurück auf Asphalt

Im Anschluss bogen wir auf die asphaltierte Ruta 21 ab. Da wir an diesem Tag mal wieder nicht sonderlich früh gestartet waren, war es schon wieder Nachmittag. So fingen wir nach weiteren 20 Kilometern an Ausschau nach einem geeigneten Platz zum campen zu halten. Vergeblich. Als wir weitere ca. 10 Kilometer später das winzige Dorf Radial Hernandez erreichten war daher klar: Irgendwo hier muss gecampt werden. Doch wo?

Radial Hernández: Ein Platz für die Nacht

Nach einem kurzen Schnack mit dem Angestellten einer Autowerkstatt war es beschlossene Sache: Wir machen es uns einfach auf dem kleinen Platz des Ortes bequem. Laut dem Mechaniker würde sich niemand an unserer Anwesenheit stören und das Dorf sei sicher. Außerdem wies er uns darauf hin, dass es an der Außenwand der Werkstatt einen Wasseranschluss gibt, welchen wir gerne nutzen können. Letzteres war natürlich ein wertvoller Tipp.

Da es inzwischen dämmerte beschlossen wir den Worten des Mechanikers zu vertrauen. Letztlich blieb uns auch nicht wirklich eine andere Wahl (die einzige Alternative wäre gewesen im dunkeln über die nicht beleuchtete Landstraße zu fahren und dort weiter nach möglichen Plätzen für unser Zelt zu suchen. Sprich: Weder eine besonders aussichtsreiche noch verlockende Alternative!)

Der Mechaniker sollte recht behalten. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit waren die wenigen Straßen des Ortes fast ausgestorben. Einzig die Lampe am Hauptplatz, welche uns die ganze Nacht ins Zelt leuchtete, erinnerte daran, dass wir uns mitten in einem Ort befanden.

Als wir am nächsten Morgen aus unserem Zelt krochen entdeckten wir an der Rückwand des Grills (neben welchem wir gecampt hatten) ein Graffiti aus welchem hervorging, dass dieses ein anderer Radreisender Ende 2018 dort hinterlassen hatte. Offensichtlich waren wir also nicht die ersten Radreisenden, die den Platz für ihr Zuhause für die Nacht erklärt hatten.

Zurück auf die Ruta 21: auf nach Nueva Palmira

Nach einem üppigen Frühstück (wie immer: Haferflocken, Samen, Nüsse und Früchte mit heißem Wasser und dazu Kaffee) schwangen wir uns wieder auf die Räder. Unser Ziel an diesem Tag war der 55 Kilometer entfernt liegende Ort Nueva Palmira. Dort hatten wir bereits Gastgeber via Warmshowers gefunden und freuten uns somit schon darauf am Nachmittag unter die Dusche hüpfen zu können.

Ein Päuschen in Carmelo

An diesem Tag ging es durchgehend über Asphalt (weiter über die Ruta 21) und so verflogen die Kilometer recht schnell. In der Kleinstadt Carmelo legten wir eine Snackpause auf dem Hauptplatz ein und wurden direkt von einer (schätzungsweise ca. 90 jährigen) alten Dame angeschnackt. Nachdem sie uns über unsere Reise ausgequetscht und wir ein paar Bananen gefuttert sowie unsere Hosts in Nueva Palmira bezüglich unserer recht frühen Ankunftszeit vorgewarnt hatten, ging es nochmal für 20 Kilometer aufs Rad.

Nueva Palmira: “Radreisende müssen einfach gute Menschen sein!”

Angekommen in Nueva Palmira wurden wir bereits von Analia und Nelson erwartet. Beide sind keine Radfahrer, bereits etwas älter und durch Zufall bei der Radfahrer Community Warmshowers gelandet: Analia begann irgendwann Radreisende, die sie zufällig im Ort traf, zu sich nach Hause einzuladen. So wurde sie, bereits bevor sie sich ein Profil auf der Website zulegte, immer wieder von Radreisenden überall im Ort gesucht, da diese von anderen Radfahrern von ihr gehört hatten.

Vor über zwei Jahren legte sie sich dann ein Warmshowers Profil an. Seitdem empfängt sie zusammen mit ihrem Mann jeden Monat mehrere Radreisende. Analia kommentierte dies mit einem: “Bei Radreisenden habe ich einfach immer das Gefühl, dass das gute Menschen seien müssen. Deshalb nehme ich so gerne welche bei mir auf.” Bei Backpackern sei sie sich da allerdings nicht ganz so sicher und deshalb auch nicht bei Couchsurfing (sondern ausschließlich bei Warmshowers) aktiv.

Endlich wieder ein heiler Fahrradständer!

Da ein Teil meines Fahrradständer sich vor einigen Monaten an einem sehr matschigen und regnerischen Tag auf Gravel unbemerkt verabschiedet hatte und im Hinterhof eine ganze Reihe an Werkzeugen zu finden war, fragte ich Nelson, ob er eventuell irgendwo noch ein Stück Metall rumliegen hat mit welchem wir den kaputten Ständer (endlich) fixen könnten. Nelson strahlte über das ganze Gesicht: “Natürlich!”. Er begann sofort mit der Suche nach einem passenden Teil sowie Werkzeugen. Wie sich herausstellte liebte er es Dinge zu reparieren und anderen dabei zu helfen.

Innerhalb von Minuten war alles beisammen und ebenso schnell war der Ständer wieder repariert. Zwar ohne das ursprüngliche Original-Teil, dafür aber stabiler als jemals zuvor.

Eine weiterer Tag in Nueva Palmira

Statt einer geplanten Nacht verbrachten wir letztlich zwei bei dem herzlichen Paar. Wir machten noch einen Ausflug mit Analia zum Kilometer 0 des Rio Uruguay, erkundeten das Dorf zu Fuß, Kuschelten Papacho (den Hund der beiden), bekamen haufenweise Essen vorgesetzt und teilten viele Mate und Gespräche mit den beiden. Danach hieß es natürlich, wie immer: Abschied nehmen, denn die Reise muss weiter gehen!

 

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