Ein kleiner Rekord

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Unser eigenes Haus

Eigentlich wollten wir nur zwei Tage in Paso des los Libres bleiben, aber wie so oft auf unserer Reise kam es anders als geplant. Nach zwei Tagen in unserer über Booking.com* gebuchten Unterkunft, entschieden wir am Morgen spontan doch eine weitere Nacht zu bleiben. Wir hatten zwar nur ein Doppelzimmer in der Unterkunft gebucht, da aber ansonsten keine weiteren Gäste da waren, hatten wir das dreistöckige Haus mit zwei Badezimmern und großer Küche komplett für uns alleine. Nicht einmal unsere Vermieterin wohnte in dem Haus.

Eine Einladung zum halbjährigen Jubiläum

Am Morgen unserer geplanten Abreise hatten wir halbjähriges Jubiläum unserer Radreise und mit dem Eintreffen unser Vermieterin setzte zu Feier des Tages ein sehr starker Regen ein. Laut Wettervorhersage sollte dieser auch den kompletten Tag anhalten. Wir beide hatten uns emotional eigentlich schon darauf eingestellt unser Jubiläum im Dauerregen mit einem Lächeln radelt zu zelebrieren, aber als unsere Gastgeberin erfuhr, dass wir heute seit exakt einem halben Jahr auf unserer Reise waren, lud sie uns spontan ein eine weitere Nacht zu bleiben. Diese Einladung nahmen wir liebend gerne an. Nach einem kurzen Einkauf verbrachten wir den Rest des Tages mit Backen von Brot mit vielen Körnern (sowas ist nämlich in Südamerika sehr schwer zu finden), Filme gucken im Bett und Abends veranstalteten wir ein riesiges Pizza-Fest.

Outdoor Cooking – vegane Rezepte für den nächsten Roadtrip

Auch wenn wir durch unser Kochbuch “Outdoor Cooking – vegane Rezepte für den nächsten Roadtrip“, welches wir auf unserer Rucksackreise durch Zentralamerika geschrieben haben, bereits viele Erfahrungen mit auf dem Campingkocher backen gesammelt haben, hatten wir bisher noch keine Motivation dies auf unserer aktuellen Reise zu praktizieren. Die Rezepte im Buch sind übrigens alle auf einer siebenwöchigen Reise durch Mexiko, Belize und Guatemala entstanden und leicht auf jedem Campingkocher zu realisieren.

Wer sich für weitere vegane Rezepte interessiert kann sich auch gerne Sarah erstes Kochbuch “Vegan Guerilla – Die Revolution beginnt in der Küche” anschauen oder findet auf ihrem Blog eine riesigen Fundus an veganen Rezepten.

Ein Start mit Hindernissen

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von unser Gastgeberin und machten uns im strahlenden Sonnenschein auf unsere geplante Route. Sowohl Komoot als auch Maps.me hatten zwar eine andere Route vorgeschlagen, aber bei Googlemaps hatten wir eine vermeintliche Alternative, die uns die ersten ca. 20 Km über Felder statt über die stark befahrenen Rutas 117/14 führen sollte, entdeckt. Bei Streetview hatten wir die Route am Abend vorher extra noch auf etwaige Hindernisse gecheckt und radelten so gut gelaunt drauflos.

Nach ca. 10 Km sahen wir uns mit dem ersten Hindernis in Form eines Zaunes konfrontiert. Da der Feldweg aber hinter selbigem weiterging entschieden wir uns kurzerhand dafür unsere Räder einfach über das Gatter zu heben. Also hängten wir kurz unsere Packtaschen aus und nach wenigen Minuten war das Hindernis überwunden.

Dreht bitte um, der Landlord ruft sofort die Polizei

Keinen Kilometer weiter trafen wir auf einen freundlichen Gaucho der uns zu sich winkte. Er erklärte uns, dass wir uns auf Privatbesitz befinden würden. Er selber sei nur Pächter eines kleinen Teiles des Landes (auf dem wir uns zum Glück gerade befanden), aber der Eigentümer des gesamten Landes ein sehr streitlustiger Tyrann mit dem nicht zu spaßen wäre. Er riet uns nachdrücklich dazu auf der Stelle umzudrehen, da wir uns ansonsten auf eine Diskussion mit dem Besitzer und anschließend mit der Polizei einstellen könnten. Zähneknirschend ließ ich mich von dem Gaucho und auch von Sarah überzeugen. So wurden aus der vermeintlich entspannten Fahrt über den Feldweg ein Umweg von mehr als 17Km zurück zur Hauptstraße. An dieser angekommen war noch ein letztes Hindernis in Form eines Grabens zu überwinden. An dieser Stelle hätten wir auf dem direkten Weg ansonsten bereits nach 4,7 Km gestanden. Danke dafür Google.

Pläne sind zum Ändern da

Entgegen unserer Annahme war das Fahren auf der Ruta 117 aufgrund eines breiten Seitenstreifens sehr entspannt und wir kamen auf dem glatten Asphalt sehr flink voran. Lediglich die ca. 8,5Km auf der Ruta 14 waren zeitweise auf Grund des nicht vorhandenen Seitenstreifens etwas unentspannt und wir mussten dreimal auf den Grass-Streifen wegen aggressiv hupenden Trucks ausweichen.

Nachdem dieser Abschnitt überstanden war entpuppte sich die wenig befahrende Ruta 123, welche auch über keinen Seitenstreifen verfügte, wieder als äußerst entspannt.

Unser Ziel für die Tages-Etappe war ein bei iOverlander eingezeichneter Spot an einer Brücke am Rio Miriñay. Diesen erreichten wir nach ca. 71 Km schon gegen Mittag. Während unser Mittagspause am Flussufer entschieden wir uns spontan dazu unseren Plan zu ändern und zu versuchen direkt ins 73Km entfernte Mercedes zu fahren.

144 Kilometer – Ein neuer Rekord

Auch die letzten 73 Km rauschten nur so an uns vorbei und so erreichten wir nach ca. 6:15 Stunden die Kleinstadt Mercedes. In Mercedes hatten wir über Couchsurfing für die nächste Nacht einen Host gefunden. Seba schrieb uns auf unsere Anfrage zurück, dass er sich sehr freuen würde uns zu hosten und das wir uns keinen Stress mit der Anreise machen sollten. Es wäre für ihn und seine Freundin Flor auch kein Problem wenn wir einige Tage länger brauchen würden.

Von unterwegs schicken wir Seba eine Whatsapp, dass wir nun doch schon einen Tag früher ankommen würden. Als wir am Hauptplatz des Städtchens ankamen sahen wir, dass unsere Nachricht noch gar nicht zugestellt worden war.

Wir beschlossen uns erstmal mit einem Liter Bier zu belohnen. Die Flasche war eindeutig zu schnell geleert und somit holten wir uns beim Kiosk eine weitere. Während wir vor dem Kiosk sitzend den zweiten “Belohnungs-Liter” in Angriff nahmen meldete sich Seba bei uns. Er fragte fröhlich überrascht nach unserem genauen Standort und war keine 15 Minuten später bei uns.

Die 2,5 Km bis zu seinem Haus lieferte ich mir ein kleines Wettrennen mit ihm in seinem Pickup. Bis zur letzten Kurve sah es fast danach aus das ich dieses sogar für mich entscheiden könnte – mit dem Fahrrad konnte ich nämlich wunderbar an den Speedbumps vorbei fahren, während er jedes mal abbremsen musste. Leider überholte er mich dann doch noch auf den letzten 250m. Seba und auch ich waren sichtlich erstaunt was ich nach über 140 Km in Aussicht auf eine warme Dusche und ein gemütliches Bett noch aus meinen Beinen rausholen konnte.

Nach einem gemeinsamen Essen mit den beiden genehmigten wir uns noch einige Biere, welche Seba aus seinem Kühlschrank zauberte. Letztlich blieben wir drei Tage bei ihm und seiner Freundin Flor, da sich sehr viele gemeinsame Gesprächsthemen boten (und ein sehr süßer winziger Baby Hund zum kuscheln).

Die beiden sind zwar keine Radfahrer, aber gerade dabei eine Langzeit-Reise mit einem ausgebauten Bus zu planen. Diese soll 2020 starten. So war Reisen, der eigenen Routine entfliehen und neues entdecken an allen Abenden mit den beiden das wichtigste Thema. Dazu gab es stets leckeres Essen und noch ein paar weitere Biere.

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– Kaufe unser Buch “Outdoor Cooking – vegane Rezepte für den nächsten Roadtrip”  oder Sarahs erstes Buch “Vegan Guerilla – die Revolution beginnt in der Küche” . Einen kleinen Einblick in die Bücher findest du hier.

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