Ein Tag am See

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Cañete – Lago Lanalhue

Nachdem wir wesentlich mehr Zeit als ursprünglich geplant in Cañete verbracht hatten, war es schön endlich wieder auf dem Rad zu sitzen. An diesem Tag sollte es trotzdem nicht sehr weit für uns gehen, da wir den Nachmittag an einem See in der Region verbringen und dort auch Campen wollten. So fuhren wir, mal wieder, erst am späten Vormittag los.

Es ging erneut über die Landstraße P-60-R. Dieses Mal leider ohne breiten Seitenstreifen und mit vielen rücksichtslosen Auto- und Busfahrern. Entsprechend wendeten wir direkt unseren Lieblingstrick an, welcher uns in den vergangenen Wochen schon oft genügend Abstand zu vorbeirasenden Blechkisten verschafft hat: Unser Stativ befestigen wir einfach auf unseren Gepäckträger (bzw. auf dem sich dort befindenden Zelt). Dann fahren wir den Stativfuß aus und befestigen daran eine Warnweste. Zack – plötzlich überholen alle mit reichlich Abstand. Unsere Theorie dazu lautet, neben besserer Sichtbarkeit, wie folgt: Kratzer an der eigenen Karre wären scheinbar schlimmer als kaputte Radfahrer. Soll uns egal sein, der Trick könnte nicht besser funktionieren.

Dennoch waren wir sehr froh, als die Straße sich endlich gabelte. Wir bogen ab und folgten weiterhin der P-60-R, nun jedoch gen Osten. Für die meisten Auto- und Truckfahrer ging es zu unserem Glück geradeaus auf einer anderen Landstraße, weiter die Küste entlang.

Nach wenigen Kilometern erreichten wir den Nordwestlichen Zipfel des Lago Lanalhue, einen rund 15 Kilometer langen See. Der Name des Sees (Lanalhue) ist Mapudungun. Er stammt von dem Wort “lanallwe” ab. Auf deutsch übersetzt bedeutet dies soviel wie: “Ort der gestrandeten Seelen”. Während ich keinen blassen Schimmer habe warum dies so ist, würde mich die Legende, welche vermutlich hinter diesem Namen steckt, sehr interessieren. Falls jemand mehr Ahnung hat freue ich mich auf jeden Fall über einen Kommentar!

Anfangs lag unsere Route noch einige Höhenmeter über dem See und wir konnten immer wieder hübsche Ausblicke auf diesen erhaschen. Etwas später rollten wir bergab. Die Straße führte uns noch ein paar Kilometer am Seeufer entlang. Da wir uns langsam dem Ende des Sees nährten und dort den restlichen Tag und die Nacht verbringen wollten, begannen wir ausschau nach einem Platz für unser Zelt zu halten.

Dies stellte sich jedoch als schwieriger heraus als gedacht. Die meisten, nahe des Sees gelegenen, Grundstücke sind mit Cabañas und offiziellen Campingplätzen übersät. Wir wollten jedoch nichts mieten und suchten daher weiter nach einem passenden Ort. Kurz vor Ende des Sees entdeckten wir einen öffentlichen (steinigen) Strand am Ufer. Wir entschieden uns dafür direkt am Ufer weiterzurollen, um dort nach einem Platz für die Nacht zu suchen.

Nach einigen hundert Metern fuhren wir um eine Kurve. Am Ende des Ufers erreichten wir ein hübsches kleines Eckchen, welches komplett von Bäumen umgeben und auch von der Straße nicht zu entdecken war. Wir beschlossen den restlichen Nachmittag dort zu verbringen und später an dieser Stelle unser Zelt aufzuschlagen.

Den restlichen Nachmittag und Abend genossen unseren schönen ruhigen Platz im Schatten und den grandiosen Ausblick, machten einige Fotos und kochten uns eine große Portion Erbseneintopf.

Alle für Wasser – Wasser für Alle!

Nachdem wir am nächsten Morgen unsere obligatorische Ladung Kaffee zu uns genommen hatten, knipsten wir noch ein paar Bilder. Dieses Mal mit Viva con Agua Fahne. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Das Thema Wasser begleitet uns auf unserer Reise täglich, denn die Versorgung mit Nährstoffen und ausreichend Flüssigkeit steht auf einer Radreise natürlich an erster Stelle. So halten wir unterwegs immer wieder an Häusern an, um nach Wasser zu fragen. Bisher klappt dies sehr gut. Ab  und an filtern wir auch Wasser mit unserem Wasserfilter.

Während die ständige Suche nach Wasser für uns ein Novum ist und manchmal eine kleine Herausforderung in Sachen Planung darstellt, haben auch 2019 weltweit immer noch über 2 Milliarden Menschen keinen gesicherten Zugang zu Trinkwasser. Aus diesem Grund möchten wir mit unserer Reise auch auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen und treten für die Wasserinitiative Viva con Agua de St. Pauli e.V. in die Pedale. Daher haben wir eine Spendenaktion gestartet und freuen uns, wenn ihr diese unterstützt – sei es, indem ihr unsere Kampagne verbreitet oder selbst einen Euro für sauberes Wasser spendet.

 

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Wenn du Lust hast unsere Radreise zu supporten, gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten:

– Vorbestellung von einem selbstgemachten Schlüsselanhänger aus einer der Ketten mit denen wir derzeit tausende Kilometer durch Südamerika fahren. Sobald wir unsere Ketten tauschen, werden wir diese upcyclen, da wir unserem “Müll” gerne ein neues Leben einhauchen möchten. Ein kleines Stückchen unserer Reise kannst du im Anschluss erstehen und uns so helfen Spenden für unsere Fundraising Aktion für sauberes Trinkwasser zu sammeln. Mehr Infos findest du hier.

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– Spende für unsere Fundraising Aktion für sauberes Trinkwasser & Viva con Agua de St. Pauli e.V. (gespendet Beträge gehen zu 100% an Viva con Agua. Du erhältst außerdem eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung!)

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