Einsame Küstenstraßen: Die Ruta Provincial 1

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Las Grutas

Manchmal muss man nicht nach der Hausnummer fragen, wenn man das Haus seiner Gastgeber sucht. Das unserer Hosts in Las Grutas erkannten wir sofort, als wir einen Blick auf das aus recycelten Fahrradteilen bestehende DIY-Tor warfen. Hier musste es sein!

Da niemand zu Hause war, schickten wir den beiden eine Nachricht. Nach wenigen Minuten standen unsere Warmshowers Hosts Luciana und Ismael vor uns und wir wurden, wie so oft auf dieser Reise, mal wieder überaus herzlich empfangen.

Zur Begrüßung gab es einen Snack in Form von selbst eingelegten Paprika und Baguette. Dazu noch ein paar kühle Biere im Garten. Nach über 110 Kilometern auf den Drahteseln einfach perfekt. Im Anschluss luden die beiden uns in ihr Auto und wir machten eine kleine Tour durch den, in der Off-Season sehr leeren, hübschen Ferienort. Zum Sonnenuntergang an der Strandpromenade gab es direkt noch ein kühles Bier. Obwohl wir sehr müde waren, folgten diverse weitere Drinks mit den beiden und wir quatschten uns noch recht lange fest.

Ähnlich erging es uns auch in den folgenden Tagen. Ismael vertreibt Wein aus der Region – in zarten 5 Liter Gefäßen. Natürlich sollten wir auch diesen probieren. Und dann noch die ein oder andere weitere Sorte. So verflogen in Nullkommanichts diverse Tage mit den beiden, obwohl wir eigentlich nur einen kurzen Stopp in Las Grutas geplant hatten. Bleibt nur zu sagen: Vorsicht, bei Weinhändlern zu übernachten kann eben zu leichten Verzögerungen bei der geplanten Weiterreise führen.

Ein paar Tage später stiegen wir schweren Herzens wieder auf unsere Räder. Bei manchen GastgeberInnen fällt der Abschied unterwegs einfach etwas schwerer.

Die Ruta Provincial 1

Vor Las Grutas waren wir wenige Kilometer über die Ruta 3 geradelt. Nicht sonderlich weit, aber definitiv genug, um sicher zu sein, dass wir keine Lust mehr auf die stark befahrene Straße hatten. So machten wir uns auf zur Provinz-Straße Nummer 1. Diese wurde uns von Ismael und Luciana empfohlen. Hierüber sind wir im Nachhinein sehr froh und würden die Route definitiv empfehlen.

An den beiden Tagen, welche wir über die Ruta 1 radelten begegneten uns gerade mal eine Handvoll Autos. Den Grund dafür stellten wir erst am zweiten Tag auf der Provinz-Straße fest: Haufenweise Sand auf der Straße. Zuvor ging es jedoch erst einmal über eine recht gut befahrbare Gravel- & Dirt-Road, immer an der Küste entlang.

Am ersten Abend schlugen wir unser Zelt neben einer alten Windpumpe auf. Diese quietsche die ganze Nacht gleichmäßig vor sich hin.

Dafür bot das daneben gelegene Häuschen, welches nur noch eine Ruine war, aber einen angenehmen Windschutz. Ein paar Meter weiter, auf der anderen Seite der Ruta 1, konnten wir zudem einen der bisher schönsten Sonnenuntergänge unserer Reise bewundern.

Da bei Flut fast der komplette Strand unter Wasser steht, war es jedoch die bessere Entscheidung das Zelt auf der Seite der Straße aufzuschlagen, welche nicht direkt am Meer lag.

Sand, Sand, Sand

Am zweiten Tag führte unser Weg uns zunächst ein paar Kilometer vom Meer weg. Später ging es durch eine wunderschöne Dünen-Landschaft.

Hier lag auch der, bereits genannte Grund dafür, dass kaum ein Autofahrer die Straße nutzt: So ziemlich der komplette Straßenbelag (Steine) war auf die Dünen geweht, während sich diese auf der Straße ausgebreitet hatten.

Der extrem weiche Sand machte die Weiterfahrt schwer bis unmöglich. Stellenweise mussten wir schieben. Da unsere Wasser-Vorräte langsam sehr knapp wurden, hielten wir am einzigen Haus weit und breit. Zum Glück begegneten wir hier einer hilfsbereiten alten Dame, welche unseren Wassersack bis oben hin auffüllte.

Nachdem wir ein paar weitere Kilometer, teils sehr langsam fahrend, teils schiebend, hinter uns gebracht hatten, wich langsam die Energie. Weit und breit war kein halbwegs fester Untergrund für unser Zelt zu entdecken.

So blieb nur die Option unser Zelt in den Dünen aufzuschlagen. Die Aussicht war wunderbar, der Untergrund hingegen nicht ganz so ideal, wenn man keine passenden Heringe für Sand zur Hand hat. So befestigten wir unser Zelt sicherheitshalber zusätzlich an unseren Fahrrädern. Zum Glück war der Wind in dieser Nacht nicht sehr stark und unser Zelt hielt stand.

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