Ende gut, alles gut

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Weiter auf der Ruta 11 bis Mar de Ajó

Auch an diesem Tag folgten wir der Ruta 11, welche sich nahe der Küste in Richtung Buenos Aires schlängelt. Zuvor hatten wir via Warmshowers eine Unterkunft in Mar de Ajó gefunden. Der Sohn, welcher bei Warmshowers aktiv ist, war zwar selbst auf Reisen, sagte uns aber, dass seine Mutter uns gerne empfangen würde. So standen an diesem Tag nur 50 Kilometer auf dem Programm.

Da wir, aufgrund des kleinen Umwegs mit Guido zu seiner Eventlocation, an diesem Tag später als erwartet in Pinamar gestartet waren, verspätete sich auch unsere Ankunft in Mar de Ajó etwas. Leider hatten wir keinen Empfang und konnten unserer Gastgeberin nicht bescheid geben, dass wir erst etwas später eintreffen.

So musste sie leider etwa eine Stunde auf uns am vereinbarten Treffpunkt warten. Als wir in Mar del Ajó einrollten, entdeckten wir sie vor ihrem Auto in der Sonne sitzend, am Kreisel kurz vor dem Ort.

Wir folgten ihrem Auto durch die Ortschaft, bis wir das Haus der Familie erreichten. Nach einem kurzen Schnack drückte sie uns ihre Schlüssel in die Hand und bot uns an später am Abend für uns zu kochen. Da sie selbst gar nicht zu hause sondern bei ihrem Freund schlafen wollte, lehnten wir dankend ab, da wir ohnehin schon wieder sehr hungrig und auch ziemlich müde waren. So viel Gastfreundschaft war für uns außerdem schon wieder fast zu viel des Guten. Dafür mussten wir jedoch versprechen uns an den Lebensmitteln im Kühlschrank zu bedienen, da sie extra noch vor unserer Anreise eingekauft hatte.

Zwei Nächte in Mar de Ajó

Wir verbrachten zwei Nächte in dem kleinen Badeort, welcher zur Offseason sehr verlassen ist. Außer Essen, Schlafen und Spaziergänge am Strand passierte hier jedoch nicht sonderlich viel.

Lieber durch Baustellen statt über die Straße

Gut gestärkt machten wir uns zwei Tage nach unserer Anreise morgens wieder auf den Weg.

Da die Ruta 11 bei Mar de Ajó derzeit ausgebaut wird konnten wir zwischendurch auf noch nicht eröffneten, nagelneuen Fahrbahnspuren fahren. Leider jedoch nur stellenweise. Trotz des beginnenden argentinischen Winters und wenig Tourismus war die Ruta 11 nördlich von Mar de Ajó leider sehr stark befahren. Viele Autos und vorbeirasende LKWs erinnernten uns durchgehend daran, dass wir uns immer mehr der Hauptstadt des Landes nährten.

Wo campen im Moor?

Auch die Campingplatzsuche erwies sich, wie schon zuvor entlang der Ruta 11, als schwierig. In dieser Region kam ein weiteres Problem hinzu: Moor soweit das Auge reicht.

Genervt vom starken Verkehr beschlossen wir am Nachmittag an einer Baustelle die anwesenden Bauarbeiter zu fragen. Bevor wir eine Antwort erhielten wurde uns erst einmal eine Flasche Wein in die Hand gedrückt. Nachdem ich einen kleinen Schluck genommen hatte, schallte mir ein: “Nimm einen größeren Schluck, das hilft!” entgegen. Offensichtlich stand mir meine gute Laune ins Gesicht geschrieben.

Nach einem kurzen Schnack über unsere Reise empfahlen die Jungs uns eine Erdstraße entlang des “Canal 2” hochzufahren, um dort einen Campingplatz für die Nacht zu suchen. Hier würden regelmäßig auch Fischer übernachten und an unserem Zelt würde sich garantiert niemand stören.

Gesagt, getan. Nach wenigen Kilometern fanden wir einen geeigneten Campingplatz direkt am Kanal.

Während wir im Sonnenuntergang kochten, beobachteten wir noch einige Biber, welche den Fluss auf und ab paddelten. Immerhin ein sehr ruhiges Ende eines eher anstrengenden und nervigen Tages.

Spontan bis La Plata

Am nächsten Morgen ging es zurück auf die Ruta 11. Zurück zu rasenden Trucks, keinem Seitenstreifen und rücksichtslosen Autofahrern.

Nach weiteren höchst ätzenden Vorfällen mit LKW-Fahrern hatten wir so richtig die Schnauze voll. Ein paar versuchten uns von der Straße zu hupen (sprich: “Huuuup, huuuup, ich überfahr dich, wenn du dich nicht verpisst”), andere pöbelten aus ihren Karren und ein weiterer drängte uns komplett von der Straße ab. Letzteres war besser als direkt überfahren zu werden, aber: Was zu Hölle machten wir hier eigentlich? Und wo – verdammt nochmal – war ein Liter Schnapps, wenn man ihn braucht?

Nach 35 Kilometern beschlossen wir völlig entnervt erst einmal einen Snack auf dem Seitenstreifen zu uns zu nehmen. Erstmal essen, dann überlegen wie es weiter geht.

Eine gute alternative Route gab es an dieser Stelle leider nicht. So überlegten wir während unserer Pause, dass es wohl am sinnvollsten wäre irgendwie (sprich: hoffentlich lebend und an einem Stück), bis zum ersten Bahnhof mit Zugverbindung in die Hauptstadt zu kommen und bis dahin die Zähne zusammen zu beißen.

Während ich unser Essen einpackte beschloss Olli spontan zu versuchen Autos anzuhalten. Das zweite Auto, ein Kastenwagen, hielt tatsächlich an und war bereit uns mitzunehmen. Ein netter älterer Herr stieg aus. Wo wir hinwollten, fragte Ramon. “Völlig egal, eigentlich in Richtung Buenos Aires, aber Hauptsache weg hier.” “Kein Problem, ich fahre bis in einen Vorort der Stadt. Gerne nehme ich euch soweit mit wie ihr wollt.” war die Antwort. Wir konnten unser Glück kaum fassen.

Schnell bauten wir unsere Vorderräder aus, damit unsere Bikes und Taschen in den Kastenwagen passten. Danach hüpften wir zu Ramon ins Auto und freuten uns wie kleine Kinder darüber dem ätzenden Verkehr entkommen zu sein und nicht zurück auf die Ruta 11 zu müssen.

Während rund 270 Kilometern schnackte ich mit Ramon – über sein Leben, Reisen, Argentinien, Politik, darüber, dass er uns am Vortag bereits bei Mar de Ajó gesehen hatte und vieles mehr. Während Ramon sich über Gesprächspartner freute, freuten wir uns über die grandiose Mitfahrgelegenheit, Kekse, Brause und Mate. Einfach perfekt!

Währenddessen versuchten wir Enzo in La Plata zu erreichen, welchen wir eine Weile zuvor in Necochea kennengelernt hatten. Nachdem die erste Hälfte unseres Tages eher grauenvoll war, lief es nun wieder. Enzo nahm uns gerne schon an diesem Abend bei sich zu hause in La Plata auf (eigentlich wollten wir ihn ein paar Tage später besuchen) und Ramon ließ uns ebenso gerne bei La Plata raus.

Mehr sogar noch: Er fuhr uns noch ein Stückchen in den Ort hinein, da er uns lieber an einer Tankstelle rauslassen wollte. Dies sei sicherer, sagte er und wies darauf hin, dass er ja nicht wolle, dass wir überfallen werden.

La Plata

An der Tankstelle schraubten wir schnell unsere Räder wieder zusammen und düsen die letzten 8 Kilometer bis zu Enzos Haus.

Zur Feier des Tages (überleben der Ruta 11, nicht mehr über volle Straßen in Richtung Metropole fahren müssen, von tollen Menschen mitgenommen werden und andere tolle Menschen wiedersehen) durften natürlich ein paar Bierchen nicht fehlen.

Wir blieben ein paar Tage bei Enzo und seinem Mitbewohner Mauri bevor wir uns am 28.06. dann tatsächlich auf in die Hauptstadt machen.

 

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