Fähre nach Uruguay & Einladung ins Earthship

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Mit der Fähre nach Uruguay

Am 19.06. ging es für uns raus aus Argentinien und weiter nach Uruguay. Da wir uns immer noch in Buenos Aires befanden und von dort aus direkt nach Uruguay wollten blieb für die Grenzüberquerung nur eine Option: eine der Fähren ins Nachbarland zu nehmen.

Verbindungen gibt es von Buenos Aires aus in die Ort Colonia del Sacramento sowie nach Montevideo. Für uns war, nachdem wir eine Weile in der argentinischen Hauptstadt verbrachten hatten, klar: Wir haben die Nase bis oben hin voll von überfüllten Straßen und wuseligen Metropolen. Also ab nach Colonia del Sacramento!

Direkt von Buenos Aires aus gibt es hierfür zwei verschiedene Optionen: die Buquebus-Fähren sowie die der Firma Colonia Express. Da die Überfahrt mit letzterer wesentlich günstiger war, kauften wir uns ein paar Tage vorher Tickets auf der Website von Colonia Express. Für unsere Fahrräder mussten wir übrigens nicht extra zahlen! Die Überfahrt dauerte eine gute Stunde.

Ausreise aus Argentinien und Einreise in Uruguay

Bei der Ausreise aus Argentinien als auch Einreise in Uruguay mussten wir beide male unserer Räder entladen und alle Taschen durch den Scanner jagen. Bei unserer Einreise in Uruguay haben die Mitarbeiter sich allerdings nicht einmal ansatzweise für ihren Bildschirm interessiert und sind, bevor wir überhaupt komplett fertig waren, einfach verschwunden. (Wir sind als letztes von der Fähre gegangen.) Die Räder konnten wir an beiden Grenzen problemlos an den Scannern vorbei schieben. So wenig Kontrolle haben wir bei einer Einreise selten erlebt.

Übrigens: Stempel für den Pass – nicht nur für die Ausreise aus Argentinien, sondern ebenso für die Einreise in Uruguay! – gibt es bereits (und ausschließlich) vor dem Einsteigen auf die Fähre am Fährterminal in Buenos Aires. Der Papierkram war allerdings ebenso schnell erledigt wie die „Kontrolle“ unserer Taschen. Im Gegensatz zu anderen Ländern wurden wir hier nicht einmal danach gefragt wo wir in Uruguay unterkommen werden (meist wollen südamerikanische Grenzbeamte zumindest eine Unterkunft oder Zielort wissen).

„Hey, ich bin Mauri und baue gerade ein Earthship“

Während wir noch in Buenos Aires auf die Abfahrt unserer Fähre warteten, kamen wir mit Mauri ins Gespräch. Er erzählte uns, dass er vor einigen Jahren selbst mal mit dem Rad auf reisen war und lange in Argentinien gelebt habe. Vor einigen Jahren habe er mir seiner Frau ein Grundstück bei Colonia del Sacramento gekauft, auf welchem er nun im Container Haus wohne.

Anfang des Jahres habe er zudem begonnen dort ein Earthship (Konstruktion aus Lehm und recycelten Materialien) zu bauen, welches später mal ein Hotel werden soll. Als wir seine Nachfrage ob wir bereits eine Unterkunft in Colonia haben bejahten (wir hatten zuvor bereits einen Schlafplatz via Couchsurfing gefunden), lud er uns ein ihn dennoch in den nächsten Tagen zu besuchen. Da wir alternative Bauarten und Wohnkonzepte ziemlich spannend finden sagten wir direkt zu.

Moin Uruguay!

Nach unserer super unkomplizierten Einreise in Uruguay radelten wir noch ein paar Kilometer nach El General, ein Stadtviertel, welches am äußersten Rand Colonias liegt, zu unseren Couchsurfing Gastgebern.

Wir mussten nicht lange suchen, da Vane, die selbst gerade von der Arbeit kam, mit ihrem Motorrad an uns vorbei fuhr und uns mit unseren beladenen Rädern natürlich direkt erkannte. In ihrer Wohnung angekommen entluden wir unsere Räder, bekamen eine dicke Portion Nudeln und quatschten eine Weile über Couchsurfing und darüber wie die Plattform sich verändert hat. Wir waren uns einig, dass dort inzwischen leider viele Menschen unterwegs sind, denen es weniger um den persönlichen Austausch als um eine kostenlose Unterkunft geht. Schade eigentlich, denn das ist ja nicht unbedingt das Konzept dahinter.

Da sie und ihre Tochter erst einmal noch die Großeltern besuchen wollten und es noch recht früh war, machten wir kurz darauf erst einmal einen kleinen Ausflug in die malerische Altstadt Colonias.

Ich war bereits im Jahr 2006 auf meiner ersten Reise durch Südamerika einmal dort. Zwölf Jahre später kam mir das Zentrum des Ortes viel touristischer vor als bei meinem ersten Besuch. Vielleicht trügt mich aber auch einfach meine Erinnerung.

Zwar sind die alten Pflastersteinstraßen und Bauten des Ortes immer noch wunderschön, aber der Ort wirkt heute mit seinen vielen Restaurants, Cafés, Hotels, Touri-Shops usw. auf jeden Fall so, als wäre er zur Saison enorm überfüllt. Nicht das erste Mal auf unserer Reise dachten wir uns daher: Zum Glück ist gerade Winter und keine Reisezeit!

Klangschalen und Meditation

Nach unserem Spaziergang ging es zurück zu Vane und ihrer Tochter, welche ebenfalls kurz darauf wieder eintrafen. Vane fragte uns, ob wir schon einmal auf Klangschalen gespielt hätten. Ehrlich gesagt ging uns dazu durch den Kopf: Hippie- und Esoterikkram! Die Frage beantworteten wir dennoch ausschließlich mit einem schlichten „Nein“ und dachten uns dabei: Ausprobieren kann letztlich auch nicht schaden.

Und sagen wir mal so: Während wir uns definitiv keine Klangschalen zulegen werden war die Erfahrung durchaus interessant – insbesondere wegen des beeindruckenden Sounds und der Vibrationen, die die Schalen entwickeln.

Weiter ans andere Ende des Ortes

Am nächsten Mittag radelten wir gemütlich weiter zu Mauri. Da es nur einmal ans andere Ende von Colonia und dann noch ein paar Kilometer aus dem Ort raus ging, ließen wir uns hierfür reichlich Zeit, radelten an der Uferpromenade entlang und stoppten zwischendurch für ein paar Fotos.

Caliu Earthship Hotel

Nach wenigen Kilometern über eine Erdstraße entdeckten wir Mauris Grundstück und die sich noch im Bau befindlichen Earthship Konstruktionen.

Wir fuhren durch das Tor und wurden von Mauri, seiner Frau sowie sechs argentinischen Hippies – alle davon bis oben hin voller Lehm – begrüßt. Die sechs Hippies arbeiten hier als Volunteers und helfen beim Aufbau des Earthships gegen Essen und Unterkunft. Ein paar von ihnen wohnten bereits seit einigen Monaten bei Mauri.

Nach einer kleinen Tour über das Gelände erzählte uns Mauri, dass der Strom in seinem Schiffscontainer (seine Unterkunft) nicht richtig funktioniert. Olli bot an, sich das Ganze einmal anzuschauen, Als er eine potentielle Fehlerquelle gefunden hatte und Mauri darum bat den Strom abzustellen, gab dieser die Bitte an einen seiner Volunteers weiter.

Dieser lief zum anderen Ende des Grundstücks und rief zu uns rüber, dass der Strom nun ausgestellt sei. Mauri kommentierte dies grinsend mit: „Sei bloß vorsichtig und kontrollier das lieber bevor du irgendwas machst, die Volunteers sind alle den ganzen Tag klatschbreit.“ Der Konsum und Anbau von Cannabis ist nämlich in Uruguay legal.

Nachdem Olli kurz mit einem Multimeter die Spannungsfreiheit überprüft hatte, war das Problem innerhalb kurzer Zeit beseitigt.

Was ist ein Earthship?

Earthships („Erdschiffe“) sind ökologische Bauten, welche sich einerseits dadurch auszeichnen, dass für die Konstruktion recycelte sowie natürlicher Materialien verwendet werden.

Andererseits werden die Bauten lediglich durch passive Solarenergienutzung erwärmt (diese wird in den Wänden gespeichert) sowie bei Bedarf durch Luftzirkulation gekühlt. Für die autarke Wasserversorgung wird Regenwasser gesammelt und durch Filterung mehrfach wiederverwendet bzw. aufbereitet.

Früh ins Bett statt Fussball und Bier

Nachdem die Hippies sich vom Lehm befreit hatten, wurden wir von ihnen noch zum gemeinsamen Abendessen eingeladen. Später sollte es noch in die Stadt zum Fussball gucken gehen. Auch hierzu wurden wir eingeladen. Wir lehnten für uns aber völlig a-typisch diese Einladung zum Bier ab. Während die ganze Bande unterwegs war spielten wir gemütlich ein paar Runden Kniffel und krochen früh in unser Zelt.

 

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