Hallo Paraguay

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Land Nummer 5

Nachdem wir uns in Brasilien von Sarahs alten Studienfreunden verabschiedet hatten, ging es für uns für zwei Nächte nach Ciudad del Este direkt auf der anderen Seite des Grenzflusses.

Wir hatten uns im Vorfeld über Couchsurfing einen Host gesucht. Robert freute sich sehr uns zu hosten, hatte aber leider letztlich auf Grund von zwei Jobs überhaupt keine Zeit für uns. Er arbeitet neben seinem „normalen“ Job in der Nacht noch als freiwilliger Feuerwehrmann und hatte gerade in den letzten Tagen, wegen der auch in Paraguay wütenden Brände, 24 Stunden Bereitschaft. So sahen wir Robert lediglich für einen kurzen Schnack von 15min auf dem Weg zur Feuerwache.

In seinem Hinterhof hat er ein extra Zimmer mit sechs Betten für Reisende eingerichtet. Neben uns wohnten hier gerade auch noch ein brasilianischer Backpacker und unser Radreise-Freund Santi, den wir einige Monate zuvor bei Antü in Curanipe kennengelernt hatten.

Ein wiedersehen mit Santi

Santi war der erste nicht lateinamerikanische Radreisende den wir am Anfang unserer Reise in Chile getroffen hatten. Das wiedersehen feierten wir mit einigen kühlen Bieren und quatschen etliche Stunden über die Erlebnisse der letzten Monate.

Ich hatte mir, als klar war, dass wir uns wiedersehen werden, überlegt ab nun Interviews mit anderen Radreisenden zu führen und Santi sollte der Erste sein. Er willigte sofort ein mir meine 10 kurzen Fragen zu beantworten. Das Interview mit ihm findet ihr hier.

Im Gewusel auf der Suche nach einer GoPro-Schraube

Ciudad del Este betreibt einen regen Handel mit China. Somit kann man in der Stadt jedes elektronische Spielzeug und auch sonst alles erwerben. An unserem Campingspot auf der Ruta 29 habe ich irgendwie eine Schraube unserer GoPro verloren. Sarah macht sich noch heute darüber lustig, wie gerade mir, der in ihren Augen völlig über organisiert ist, sowas passieren konnte.

Nach ungefähr 2 ½ Stunden durch das Gewusel der Innenstadt wurden wir endlich fündig und waren froh danach zurück in den Vorort zu Robert zu fahren.

Weiter Richtung Westen

Am nächsten Morgen frühstückten wir ausgiebig, verabschiedeten uns von Santi und der Familie von Robert und machten uns zunächst auf der Ruta Nacional 7 auf in Richtung Westen. Die Ruta 7 ist zwar eine der am stärksten befahrenden Straßen des Landes, da sie die direkte Verbindung zwischen Ciudad del Este und Asunción ist, besitzt aber einen relativ breiten Seitenstreifen. Somit kamen wir flott und sicher voran.

Nach ca. 25km verließen wir die Ruta 7 und bogen gen Süden auf die Ruta Nacional 6 ab. Die Ruta 6 verfügt ebenfalls über einen Seitenstreifen, ist aber weitaus weniger befahren. Zu sehen gab es hier fast ausschließlich Raps- und Sojafelder.

Ein Tunnel aus Bäumen

Nach weiteren 40km hatten wir unser Ziel für den Abend erreicht. Wir hatten im Vorfeld nämlich bei Couchsurfing eine Übernachtung bei Aldo angefragt. Auf dem Platz in der nähe seines Hauses verbrachten wir futternd die letzten zwei Stunden bis Aldo Feierabend hatte.

Mit Aldo machten wir noch eine kleine Ausfahrt zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Diese kombinierten wir geschickt mit dem Besuch beim lokalen Supermarkt – denn somit hatten wir später mehr Zeit um gemeinsam Wein zu trinken.

Am nächsten Morgen ging es durch den „Tunel de Arboles“ für uns raus aus der Stadt.

Sucht ihr etwas?

Nach dem Tunnel fuhren wir noch ca. 22km auf der Ruta 6 gen Süden und bogen dann nach Westen auf eine kleine Provinzial-Straße in Richtung San Cristobal ab. Zu unserer freudigen Überraschung war die Straße frisch asphaltiert und wir erreichten nach weiteren 34km San Cristobal bereits gegen frühen Nachmittag.

Auf der Suche nach einem geöffneten Supermarkt wurden wir aus einem vorbeifahrenden Auto heraus angesprochen. Der junge Mann fragte was wir suchen würden. Wir antworteten, dass wir einen sicheren Platz zum zelten suchen würden. Er überlegte kurz und sagte: „Fahrt mir einfach hinterher, bei uns auf dem Grundstück werden wir schon einen Platz für euch finden!“

Keine 200m weiter waren wir auch schon am Ziel. Victor, so hieß der junge Mann, stellte stellte uns seinen beiden Vermietern vor. Das alte Ehepaar bei dem er wohnte willigte sofort ein uns einen Platz zum campen auf dem kleinen Grundstück zur Verfügung zu stellen. Da beide fast ausschließlich nur Guaraní sprachen übersetzte Victor fleißig.

Ein kleiner Kreis schließt sich

Während wir später Linsencurry auf unserem Benzinkocher zubereiteten stellten man uns etliche Fragen. Besonders der alte Herr war sehr fasziniert von der Einfachheit unserer Reise und betonte mehrfach, dass es sehr schön finde mit wie wenig wir in seinen Augen glücklich seien.

Nach dem essen, während wir rauchten, bat er uns um etwas Tabak. Diesen gaben wir ihn selbstverständlich sehr gerne. Er inspizierte neugierig unseren Tabak-Beutel und stellte etwas enttäuscht fest, dass unser Drehtabak leider zum kauen zu fein ist.

Er klärte uns, dass er sich das Rauchen schon vor Jahren abgewöhnt hätte und seitdem nur noch Kautabak konsumiere. Leider wäre sein Vorrat aber seit heute aufgebraucht und neuen würde er erst in drei Wochen bekommen.

Da erinnerte ich mich, dass uns Avito in Posadas eine dicke Tabak-Wurst geschenkt hatte. Wir hatten bereits festgestellt, dass dieser Tabak nicht zum drehen geeignet war. Ich zeigt ihm daraufhin den für uns fremden Tabak und ließ Victor übersetzten, dass ich keine Ahnung hätte wie dieser zu konsumieren wäre. Der alte Mann lachte herzhaft und erklärte uns mit Hilfe von Victor das es sich bei der Wurst um Kautabak handeln würde. Wir schenkten ihm daraufhin den Tabak und er freute sich da er mit der „Wurst“ genug Tabak hatte bis die Familie ihm neuen aus der Stadt mitbringen würde.

Den restlichen Abend verbrachten wir gemütlich zu fünft Mate trinkend und rauchend bzw. kauend auf der Terrasse und unterhielten uns mit Victor als Dolmetscher über alles Mögliche. Besonders faszinierend war, dass die beiden vor rund 45 Jahren in diesen Ort gezogen waren und damals das komplette Gebiet noch Wald war. Heute ist davon leider nicht mehr viel zu sehen und in der kompletten Region reiht sich ein Soja- und/oder Rapsfeld an das andere.

 

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