Mach keine Witze über gebrochene Speichen!

  • Mach keine Witze über gebrochene Speichen!
  • Mach keine Witze über gebrochene Speichen!

Kurz bevor es am Abend zuvor dunkel wurde, stellte Olli fest, dass ALLE unserer Reifen Luft verloren. Auf dem Weg zu unserem Wildcamping Spot hatten wir wohl einige fiese (sehr spitze) Kletten zu viel eingesammelt, welche sich an diversen Stellen durch unsere Mäntel gebohrt hatten.

Da es zu diesem Zeitpunkt bereits dunkel wurde und wir uns lieber ein paar Drinks mit Charles am Lagerfeuer gönnen wollten, verschoben wir die Reparatur auf den nächsten Morgen.

Es wird Zeit für neue Mäntel!

Wo wir bei einem wichtigen Thema wären: Wir brauchen dringendst neue Mäntel, denn die Gummi-Mischung unserer Schwalbe Marathon GT 365 ist zu weich und hat gegen die südamerikanische Flora und Fauna einfach keine Chance.

Freundlicherweise stellt Schwalbe uns hierfür Ersatzmäntel, die härteren Schwalbe Marathon Mondial. Auf diese freuen wir uns schon sehr, müssen uns aber leider noch etwas gedulden, bis uns diese erreichen. Sie machen sich nämlich bald mit einem Bekannten von Olli auf den Weg an die brasilianische Küste. Dort werden sie dann von einem brasilianischen Freund von mir in seinem Urlaub abgeholt. Er wiederum nimmt unsere neuen Mäntel dann mit nach Foz do Iguaçu, wo wir sie auf unserer Reise dann irgendwann einsammeln können. Leider ist es bis dahin noch ein recht weiter Weg.

Diese Option schien uns jedoch zuverlässiger als die Post. Außerdem müssen in Argentinien auf alle per Postweg eingeführten Waren horrende Steuern gezahlt werden. Dies können wir so umgehen und sparen uns die Taler lieber für wichtigere Dinge auf (ihr wisst schon, wie immer: Essen und Bier).

„Und was ist mit der gebrochenen Speiche?“

Nachdem wir unser Frühstück auf dem Lagerfeuer gekocht hatten, kümmerte Olli sich erst einmal darum, Flicken auf diverse winzige Löcher zu kleben.

Währenddessen packte ich langsam unsere sieben Sachen zusammen. Als wir endlich startklar waren und alles repariert schien, sagte Charles auf einmal: “Und was ist mit der gebrochenen Speiche?” Er begann direkt mit seiner mitreißenden Goofy-Lache vor sich hin zu glucksen. Daher stellten wir innerhalb von Sekunden erleichtert fest, dass das ganze ein schlechter Scherz war.

Wir schoben unsere Räder Richtung Sandweg. Charles’ Rad gab dabei ein seltsames Geräusch von sich. Siehe da: Er hatte eine gebrochene Speiche.

Er entfernte die gebrochene Speiche und beschloss sich erst später, an unserem gemeinsamen Ziel in Necochea, um die Reparatur zu kümmern. An diesem Tag standen ohnehin nur 30 Kilometer auf dem Programm.

Sechs Radfahrer und sehr viel Bier

Aufgrund der sehr kurzen Strecke erreichten wir unseren Gastgebern Federico und seine Schwester Priscilla, obwohl wir erst am Mittag gestartet waren, bereits am frühen Nachmittag.

Federico hat selbst bereits einige Radreisen durch Argentinien hinter sich und zudem gerade Besuch von zwei Freunden aus La Plata. Einer davon, Enzo, ist kürzlich von einer 8-monatigen Radtour durch Südamerika zurück gekommen. Der zweite, Ariel, bereitet sich derzeit auf seine erste Radreise vor, welche er in kürze startet. Für ihn soll es bis Kolumbien gehen. Bei so vielen Radreisenden auf einem Haufen – sechs an der Zahl – ergaben sich natürlich direkt sehr viele Gesprächsthemen. Alle davon mussten bei reichlich Essen und noch mehr Bier ausgiebig an allen unseren Abenden in Necochea beschnackt werden.

Zudem waren an allen Abenden mehrere weitere Freunde von Federico und Priscilla zu Gast und das Haus der beiden mit vielen netten Menschen gefüllt. Ein guter Grund für wenig Schlaf, lange Gespräche und, nun ja, noch mehr Wein & Bier.

DIY statt Langeweile

Während ich Off-days problemlos auch genießen kann ohne etwas großartiges zu erledigen (schlafen, essen, ein Bierchen trinken und vielleicht ein bisschen schreiben reichen mir locker), wird Olli sobald wir irgendwo stoppen sehr schnell langweilig.

Daher machte er sich während unseres Aufenthalts in Necochea an ein kleines Bastel-Projekt. Zunächst baute er einen Prototypen (aus Pappe) für einen kleinen Klapptisch, der sich am Rahmen befestigen lässt.

Da Federicos Familie eine Holzwerkstatt im Haus hat, machte er sich danach direkt an die Umsetzung seines Mini-Tischchens aus Holz. Wofür das Teil gut sein soll? Bier abstellen zum Beispiel.

Argentinisches Anti-Platt macht Reifen platt…

In den letzten vier Monaten hatten wir schon wesentlich mehr platte Reifen als uns lieb ist (exakt 42 Löcher musste Olli flicken). Wie einleitend bereits erwähnt, dürfte dies daran liegen, dass die weiche Gummi-Mischung fiesen stacheligen Pflanzen Südamerikas einfach nicht gewachsen ist.

Eigentlich wollten wir daher Pannenschutzbänder in unsere Reifen packen. Problem: Anti-Platt wird nicht importiert und die argentinische Variante ist laut den Mitarbeitern lokaler Radläden so schlecht, dass sie dazu führt das Schläuche schneller platzen, da das Produkt sehr scharfkantig ist. Entsprechend verkauft auch niemand das argentinische Pendant.

Daher war Bastel-Olli auch hier auf der Suche nach einer DIY Alternative. Unser Host Federico berichtete, dass er auf einer Reise Watte in die Mäntel gestopft hätte. Dies schien uns jedoch zu zu viel Widerstand beim Fahren zu führen.

Aus diesem Grund entschied Olli sich dafür Pannenschutzeinlagen aus alten Radschläuchen zu basteln:

Kleiner Spoiler, da wir im echten Leben über einen Monat vor unseren Blogeinträgen sind: Bisher fahren wir damit sehr gut und haben seitdem außer einem geplatzten Schlauch (Produktionsfehler) keine Probleme mehr mit platten Reifen. Auf unsere neuen Mäntel freuen wir uns dennoch sehr.

Hups, verplant!

Während wir abends mal wieder mit der ganzen Truppe gemütlich bei Bier und Wein zusammen saßen, warf Olli einen Blick in seinen Kalender. Schockiert sah er mich an. „Oh je, das Konzert zu welchem wir in Buenos Aires wollen, ist schon am 31. Mai und nicht am 31. Juni!“ So hatten wir es plötzlich eilig. Denn es ging hier um mehr als nur einen Gästelistenplatz, einen netten Abend und das Wiedersehen mit Manuel, einem Arbeitskollegen von Olli, der mit der Band Avantasia gerade auf Welttournee ist.

Manuel hatte zuvor beim Gig in Hamburg nämlich zwei neue Kassetten für unsere Räder von Ollis Onkel erhalten. Da Manuel nur für die Show, also lediglich einen Abend, in der Buenos Aires sein würde und wir unbedingt unser neues Equipment einsammeln wollten, hatten wir es nun auf einmal sehr plötzlich eiliger. Unsere Pläne änderten sich daher schlagartig von „wir müssen bis Buenos Aires wahnsinnig viel Zeit vertrödeln“ in „wir müssen schnell (über) 500km zurücklegen“.

Die kürzeste Strecke von Necochea nach Buenos Aires (480 km) schien uns keine gute Option, da es sich hierbei angeblich um eine stark befahrene Straße in die Hauptstadt handelt.

Wir planten daher fix eine alternative Route, welche uns großteils entlang der Küste führen würde. Dies bedeutete jedoch auch, dass etwa 680km zu radeln waren. Da uns bis zum 31. immer noch 12 Tage blieben, schien uns dies durchaus gut machbar und immer noch mit ein paar wenigen Offdays vereinbar. Dies bedeutete allerdings auch: Egal wie wir Bier und Wein wir an diesem Abend schon intus hatten, am nächsten Morgen sollten wir uns mal zum Weiterfahren aufraffen.

Wir beschlossen 10 Tage aus der Strecke zu machen und buchten uns an dem Abend schnell noch ein recht günstiges Airbnb Apartment ab dem 29.5.19, um vor dem Konzert noch etwas relaxen zu können.

Warum überhaupt neue Kassetten?

Wir hätten unsere alten Kassetten nicht zwangsweise tauschen müssen, da diese noch sehr gut in Schuss waren. Dennoch hatten wir uns für neue entschieden. Der Grund: Die neuen (CS HG50-10) bringen 11 bis 36 statt (CS HG 500-10) 11 bis 32 Zähne mit. Heißt: damit besteht die Möglichkeit noch einen weiteren Gang runterzuschalten, um besser steile Steigungen fahren zu können. Da wir im Laufe des Jahres irgendwann erneut über die Anden wollen und dies dieses Mal mit über 4000 Höhenmetern verbunden sein wird, schien uns der Austausch sinnvoll. Mitbringen lassen haben wir uns die Kassetten, da diese in Deutschland wesentlich günstiger sind als in Argentinien (hier kosten alle Ersatzteile sowie alles was importiert wird mindestens das Doppelte) und sich dank Manuels Welttournee eine ideale Möglichkeit bot.

 

♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Unterstütze uns!*

Wenn du Lust hast unsere Radreise zu supporten, gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten:

– Vorbestellung von einem selbstgemachten Schlüsselanhänger aus einer der Ketten mit denen wir derzeit tausende Kilometer durch Südamerika fahren. Sobald wir unsere Ketten tauschen, werden wir diese upcyclen, da wir unserem “Müll” gerne ein neues Leben einhauchen möchten. Ein kleines Stückchen unserer Reise kannst du im Anschluss erstehen und uns so helfen Spenden für unsere Fundraising Aktion für sauberes Trinkwasser zu sammeln. Mehr Infos findest du hier.

– Kaufe unser Buch “Outdoor Cooking – vegane Rezepte für den nächsten Roadtrip”  oder Sarahs erstes Buch “Vegan Guerilla – die Revolution beginnt in der Küche” . Einen kleinen Einblick in die Bücher findest du hier.

– Falls du dir gerade neue Ausrüstung zulegen möchtest, kaufe diese doch bei Globetrotter über unseren Partnerlink und wir bekommen eine kleine Provision dafür.

– Wenn du noch auf der Suche nach einer kostenlosen Kreditkarte bist, die du im Ausland ohne Gebühren nutzen kannst und die dir zusätzlich auch alle Fremdgebühren erstattet, nutze doch unseren Partnerlink zur Santander 1 Plus Visa KreditkarteWarum wir diese Kreditkarte nutzen erfährst du hier.

– Supporte unsere Reise & Hostinggebühren für diese Website mit einem kleinen Betrag via Kofi.

– Spende für unsere Fundraising Aktion für sauberes Trinkwasser & Viva con Agua de St. Pauli e.V. (gespendet Beträge gehen zu 100% an Viva con Agua. Du erhältst außerdem eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung!)

– Wenn du selbst gerade einen Urlaub planst & Unterkünfte buchen möchtest, kannst du dies über unsere Booking bzw. Airbnb Empfehlungslinks tun. Über die Links erhälst du für deine erste Buchung bei Booking 15€ & bei Airbnb 25€ und wir erhalten ebenfalls eine Gutschrift über den gleichen Betrag. Du verreist günstiger und wir können ebenfalls einen entspannten Offday einlegen.

* Dieser Absatz enthält Werbung in Form von Markennennungen, Verlinkungen und Affiliatelinks.

— Werbung aufgrund von Produktnennung —

Comments 3

  1. DIY Pannenschutzbänder – THE ROAD IS LIFE
    Reply

    […] unserem Gastegeber Frederico in Necochea  überlegten wir gemeinsam mit fünf anderen Radreisenden wie man das Problem bis dahin in den […]

    29 Juli, 2019
  2. Bilanz: 84 Tage Argentinien – THE ROAD IS LIFE
    Reply

    […] Marathon Mondial Mänteln auch noch sechs neue Schläuche auf uns. Bis dahin hoffen wir das unsere DIY-Pannenschutzeinlagen  die ich in Neccochea angefertigt habe […]

    18 August, 2019
  3. Ein Tisch für dein Fahrrad – THE ROAD IS LIFE
    Reply

    […] unseres Aufenthaltes in Neccochea  plagte mich mal wieder am zweiten Tag die Langeweile. Während Sarah super mehrere Tage am Stück […]

    6 September, 2019

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.