Murphys Law

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Vichuquen – Rancura

Nachdem wir auf dem Campingplatz Paula am Lago Vichuquen drei Tage unsere müden Beine ausgeruht und unsere Räder ausgiebig gewartet hatten, hieß es am Samstag, den 26.01.19, für uns “vamos a la playa”. So bestiegen wir morgens unsere Räder und freuten uns auf einen Nachmittag am Strand. Schließlich hatten wir nur 24km zu bewältigen, um am Pazifik anzukommen. Dieses Mal hatten wir uns etwas besser vorbereit und im Vorfeld die Topografie unserer Strecke studiert. Somit war uns klar, dass die ersten 3km auf der J-890 von einigen fiesen Anstiegen geprägt sein würden. Diese bewältigen wir, wenn auch teilweise schiebend, trotz über 40°C in der Sonne, noch sehr gut. Zur Belohnung gab es ein zauberhaftes zweites Frühstück mit einer grandiosen Aussicht auf den See und die angrenzenden Wälder.

Mal steinig, mal sandig, immer Trocken: Der Forstweg zur Küste

 

Nach weiteren 2,9km gabelte sich die Straße und wir folgen einem Forstweg ohne Namen. Schon nach einigen Metern bergab kam uns der Gedanke, dass dies – mal wieder – nicht unbedingt eine unserer besten Entscheidungen gewesen sein könnte. Zunächst hatten wir lediglich mit Anstiegen und einer leicht sandigen Strasse zu kämpfen. Nach der ersten Kurve erwartete uns jedoch feinster, weicher Sand. So sahen die Bikes nach wenigen Metern schlimmer aus als vor der Reinigung, welche wir erst einen Tag zuvor abgehakt hatten. Danke, Murphy. Die nächsten Kilometer schlitterten wir abwechselnd über groben Schotter bergauf und durch feinsten Sand bergab. Nach 6km hatten wir das schlimmste überstanden. Wir waren am höchsten Punkt unserer Route angekommen und fuhren bzw. rutschten nun über einen weiteren sehr sandigen und staubigen Forstweg die letzten 12km bergab in Richtung Pazifik. Aufgrund des groben Schotters und immer wieder auftauchenden Sandpartien ging dies zwar auch nur bei mittlerer Geschwindigkeit, aber immerhin mussten hier nur unsere Bremsen Höchstleistungen erbringen.

Mal steinig, mal sandig, immer Trocken: Der Forstweg zur Küste

 

Kurz vor der Ortschaft La Capilla erspähten wir an einem Fluss eine Wassermessstation der chilenischen Regierung. Nach einigen lauten “Hola” rufen hatten wir die Aufmerksamkeit des Messtechnikers auf uns gelenkt und durften unseren Wassersack mit 10 Liter frischem Trinkwasser auffüllen. Auf den letzten 24km hatten wir nämlich unsere kompletten Wasservorräte von insgesamt 14 Liter plus 1,5 Liter Limonade, welche uns ein vorbeifahrender Truckfahrer freundlicherweise schenkte, aufgebraucht.

Staub, Sand und über 40°C auf dem Weg zur Küste

 

In Capilla angekommen, stoppten wir kurz an einem kleinen Supermercado um uns mit Essen und einer weiteren großen Flasche Limonade einzudecken. Nach über 4,5 Stunden ging es nun endlich zum Strand. Leider fiel dieser Stopp kürzer aus als geplant, da wir noch keinen Schlafplatz für die Nacht in Aussicht hatten. Zum wildcampen erschien uns der Ort zu stark frequentiert. So radelten wir noch weitere 8km auf der asphaltierten Ruta del Mar und entdecken kurz hinter dem Ort Rancura eine Bauruine. Diese stellte sich nach kurzer Inspektion als der perfekte Campingplatz heraus. Die etwa zwei Meter hohen, kreisförmigen Grundmauern der Ruine boten einen erstklassigen Sichtschutz zur Strasse hin sowie einen wunderschönen Ausblick auf das Meer. Also bauten wir gemütlich unser Zelt auf und kümmerten uns um das Abendessen. Während des Kochens bekamen wir dann doch noch unerwarteten Besuch. Drei chilenische Jungendliche standen auf einmal vor dem Eingang der Ruine. Sie schauten uns aber lediglich kurz scheu und etwas irrirtiert an und gingen dann weiter zum Strand um dort Fotos im Sonnenuntergang zu machen.

Ausblick von unserem Wildcamping Spot an der Ruta del Mar

 

Rancura – Constitución

Am nächsten Morgen genossen wir unser Frühstück beim Sonnenaufgang und packten relativ zügig unsere Sachen, um die restlichen 56,8km nach Constitución zu bewältigen. In Constitución erwartete uns bereits Diego, den wir über Couchsurfing um eine Herberge gebeten hatten. Wir folgten weiter der gut ausgebauten Ruta del Mar. Endlich rollte es sich angenehm und staubfrei, so dass wir die Zeit nutzen, um einige Videos aufzunehmen. Dabei kam uns zuerst ein Rennradfahrer entgegen. Kurze Zeit später überholte selbiger uns freundlich grüssend erneut. Nach der nächsten Kurve sahen wir ihn ein drittes Mal wieder. Er war gerade dabei einem Obdachlosen Fahrradfahrer bei einer Panne zu helfen. Kurzentschlossen stoppten auch wir und boten unsere Hilfe an. Nach kurzer Zeit war klar, dass der viel zu große Schlauch im Hinterrad sich komplett aufgerieben hatte. Wir entschlossen uns dem Mann mit einem unserer Ersatzschläuche zu helfen. Der Herr bedanke sich sehr herzlich und war schnell wieder verschwunden. Während wir unser Werkzeug einpackten, bemerkten wir, dass er Teile seiner bescheidenen Habe vergessen hatte. Wir luden auch diese auf unsere Räder und versuchten ihn einzuholen. Vermutlich kannte er eine Abkürzung oder er war beachtlich schneller einhändig mit seiner Gitarre in der rechten Hand unterwegs, als wir gedacht hatten. Es dauerte noch ca. 6 km bis wir ihm in der Nähe eines kleinen Supermercados wiederbegegneten. Als wir ihn erneut ansprachen wirkte er etwas irritiert, freute sich aber umso mehr, als wir ihm sein verlorenes Werkzeug zurückgaben.

Wiedersehen und Werkzeug-Übergabe am Supermercado

 

Vor dem Supermercado stärkten wir uns mit etwas Brot und einer großen Falsche Saft. Während wir noch etwas im Schatten chillten trafen wir den ersten anderen Radreisenden seit unserem Start in Santiago. Einen Bikepacker, welcher ebenfalls gen Süden radelte. Wir unterhielten uns kurz über die Vor- und Nachteile von Radtouring versus Bikepacking. Wir verabschiedeten uns herzlich und fuhren flott weiter. Schon am nächsten Berg zog der Chilene auf seinem 29,5″ Mountainbike an uns vorbei. Während des Anstieges trafen wir gleich die nächsten 2 Fahrradreisenden. Beide mit klassischen Touring-Setup. Das Highlight der kleinen Reisegruppe war der kleine Hund, den einer der beiden hinten auf seinem Rad spazieren fuhr.

Ein weiterer Radreisender

 

Auf den letzten Kilometern an diesem Tag kam es leider noch zu einer etwas unschöneren Begegnung. Eine dicke Hummel kollidierte mit meinem (Ollis) Gesicht und biss mich in die Lippe. Murphys Law hatte somit ein zweites Mal zugeschlagen. Mit Hilfe einer Zwiebel konnten wir das schlimmste verhindern und setzten unseren Weg ohne weitere Komplikationen fort. Gegen frühen Nachmittag kamen wir bei unserem Host Diego an. Diego, der in einem großen Haus mit seinem Bruder, seiner Mutter, seiner Oma, zwei Tanten und einem Onkel zusammen wohnte, bot uns sofort an, dass wir auch gerne länger als eine Nacht bleiben könnten. Dies nahmen wir dankend an. Denn einerseits freuten wir uns über eine kleine Pause und andererseits wollten unsere Räder schon wieder vom feinen Sand befreit werden.

 

Der Ausblick von unserem Wildcamping Spot an der Ruta del Mar

 

 

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