Ups & Downs

Curanipe – Cobquecura

Auch Offdays bei den wunderbarsten Hosts haben irgendwann ein Ende. So ging es für uns nach der kurzen Auszeit in Curanipe wieder aus Fahrrad. Erneut weiter in Richtung Süden auf der Ruta del Mar. Wenige Kilometer nach Curanipe stoppten wir ein erstes Mal auf einer Brücke. Der Ausblick erschien uns einfach zu gut, um nicht unsere Drone zu zücken und diese für einige Filmaufnahmen in die Luft zu jagen.

Erneut erwarteten uns viele kleinere und größere Hügel auf unserem Weg. So legten wir irgendwann unseres gelites zweites Frühstück im Schatten einer Bushaltestelle ein. 44Km nach Curanipe erreichten wir das Städtchen Cobquecura. Da wir unentschlossen waren, an welchen Ort uns unsere Tagesstrecke führen soll, entschlossen wir uns, ein paar Informationen zu den Straßen und möglichen Campingspots der Region bei der Touristeninformation einzuholen. Der freundlich lächelnde Mann hinter dem Schalter versicherte uns, dass die Route entlang der Küste zwar ganz leicht sandig, aber wenig befahren und zudem auch sehr schön sei. Außerdem gäbe es hier viele Möglichkeiten das Zelt einfach am Strand aufzuschlagen. So entschlossen wir uns, der gut asphaltierten Straße mal wieder den Rücken zu kehren.
Nebel auf dem Weg nach Cobquecura

Cobquecura – Colmuyao

Nach wenigen Kilometern war uns klar: Der Mensch an der Touristeninformation war zwar sehr freundlich, die Information, dass der Weg nur leicht sandig und mit Rädern gut befahrbar sei, war jedoch etwas weiter hergeholt. Auch die Auskunft, dass die Straße wenig befahren sei war, zumindest am Wochenende, weit von der Wahrheit entfernt. So schleuderten uns alle paar Meter Autos massenhaft Staub und Steinchen um die Ohren, während wir auf weichem Untergrund vor uns hin rutschten. Immerhin war der Ausblick, wenn die Staubwolke sich zwischendurch lichtete, wirklich sehr schön.

Chillen am Pazifik

Nach wenigen Kilometern stoppten wir erneut, um ein paar Energy-Snacks aus Nüsschen und Datteln zu uns zu nehmen. Als wir es uns gerade auf unseren Campingstühlen gemütlich gemacht hatten, stoppte vor uns erst ein Jeep und im Anschluss ein sauteuer Sportwagen. Die Fahrer wollten leider genau durch das Tor vor dem wir, etwas abseits der Straße, vor dem Staub Zuflucht gesucht hatten. Also hieß es Platz machen. Soviel zum Thema wenig befahrene Straße!

Nach unserem Snack musste wir dringend etwas Luft aus unseren Reifen ablassen. Dadurch hatten wir beim Fahren zumindest mehr Grip. Danach fuhr es sich wesentlich besser. Der steinige Weg bot jedoch viele Anstiege und so waren wir im Schnitt sehr langsam unterwegs.

Wir passierten einige winzige Ortschaften, während weiterhin viele Autos, meist mit Surfbrettern beladen, an uns vorbei rasten. Immerhin reagierten einige auf Ollis Handzeichen langsamer zu fahren und schleuderten uns weniger Staub um die Ohren. In einem Punkt hatte der Mann an der Touristeninformation jedoch Recht: Die Straße führte uns an vielen wunderschönen potentiellen Wild-Campingspots in den Dünen vorbei.

Kurz vor einer weiteren Fehlentscheidung – Danke Maps.me

Colmuyao – Irgendwo im Nirgendwo auf der N-450

Nach einer Weile erreichten wir Colmuyao und die Straße führte erneut vom Wasser weg. Da wir uns nach so viel Staub nach einer Dusche sehnten, befragten wir eine unserer Apps, Maps.me, ob ein richtiger Campingplatz in der Nähe lag. Diesen sollte es kurz hinter Colmuyao geben. So entschlossen wir noch ein paar Kilometer zu fahren, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt bereits sehr hungrig waren.

Kurz nach Colmuyao durften wir dann leider feststellen: Für eine Dusche hätten wir wohl jemanden im Dorf anschnacken müssen. Statt Campingplatz und Dusche erwartete uns nämlich exakt nichts. Muchas Gracias, Maps.me. Statt zurück zu den Dünen zu fahren, entschieden wir uns erneut für: Weiter geht’s, auch wenn wir inzwischen wirklich drüber waren. Eine Entscheidung, welche wir kurz darauf beide bereuten. Schotterpiste bergauf – schon wieder.

Olli schafft es in solchen Situationen faszinierenderweise, sich auf sich selbst, den nächsten Meter und den steinigen Weg zu konzentrieren und ruhig weiter zu radeln. Ich bin hingegen eher der Rohrspatz von uns beiden. Scheiss Steine! Scheiss Sand! Scheiss Berge! Und ja, es hilft mir in diesem Moment wirklich, lautstark zu Fluchen. Kostet natürlich weitere Energie, aber geht nicht anders. Während ich mich eigentlich nur mit dem steilen Schotterhang zoffen wollte, taten wir dies dann kurz darauf auch untereinander. Hangry beschreibt es wohl am besten. Natürlich erwartete und nach dem steilen Anstieg kein geeigneter Campingspot, sondern nach wenigen Metern Abfahrt der nächste Berg. Links und rechts von der Straße stets Zäune, welche enorm unebene Wälder oder viel zu hoch bewachsene Felder und Wiesen vor dreckigen müden Radfahrern schützten.

Irgendwie bewältigten wir also noch eine Steigung. Nach einem Blick zum nächsten Hügel und auf unsere Karte, beschlossen wir, dass ein nicht so guter Campingplatz wohl das Beste sein wird, was wir an diesem Tag noch im hellen finden werden. Dieser bestand aus einer kleinen Wiese, gelegen zwischen einer Kirche und einem ärmlich erscheinendem Hof. Die kleine Wiese, leider sehr uneben und von kleinen Hügelchen bedeckt, war zudem von vielen Kuhfladen geziert. Machte aber auch nichts, denn immerhin waren die dazugehörigen Tiere nicht in Sicht und ein Zaun war ebenfalls nicht vorhanden.

Olli begab sich, laut „Hola“ rufend, auf den benachbarten Hof. Bis auf ein paar Hühner traf er niemanden an. Wir waren uns nicht sicher, ob dort noch jemand wohnte, aber dies war zu diesem Zeitpunkt auch egal.
Während Olli mit dem Zeltaufbau fortfuhr, begann ich schnellstmöglich irgendetwas essbares zuzubereiten. Als mehr als essbar möchte ich die Nudeln, welche wir an diesem Tag zu uns nahmen auch nicht bezeichnen. Vor lauter Hunger ‘n büsschn gut gemeint mit unserem vorhandenem „Gemüse“ (Chili, Knoblauch, Zwiebel). Aber egal, immerhin war danach der Magen wieder voll und die Gemüter und müden Beine beruhigten sich. Essen ist eben super.

Erschöpft fielen wir kurz darauf auf unseren unebenen Zeltplatz in tiefen Schlaf.

 

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