Warmshowers mit Körperanalyse

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„Darf ich euch ausmessen?“

Bevor es für uns wieder auf die Straße ging, genossen wir noch zwei Offdays bei Cristian in Viedma. Er hatte nicht sehr viel Zeit für uns, da die Abschlussprüfungen seines Aufbaustudiums bevorstanden. Er versicherte uns jedoch, dass es absolut kein Problem sei, wenn wir bleiben. Dabei hatte er allerdings einen Hintergedanken. Er hostet sehr viele Menschen via Warmshowers und Couchsurfing, darunter immer wieder auch Radreisende, und hatte schon länger eine Idee im Kopf die er gerne umsetzen wollte: Den Körperbau von Radreisenden zu analysieren.

Neben seinem Studium forscht Cristian schon länger zu den Körpertypen, Muskel- und Fettverteilung bei SportlerInnen unterschiedlichster Sportarten. Während laut ihm schon so ziemlich jede Sportart bis ins kleinste analysiert wurde, sind ihm keine Studien zu Radreisenden bekannt. Daher hatte er sich in den Kopf gesetzt ab sofort möglichst viele Radreisende die bei ihm übernachten zu vermessen und so Daten zu sammeln.

Olli spielte gerne das erste Versuchskaninchen. Praktischerweise war derweil noch ein weiteres Testobjekt ins Haus gerollt: Charles, ein Radreisender aus Kanada. Da Cristians Zeit aufgrund der Prüfungen knapp war, schaffte er an diesem Tag jedoch lediglich Ollis Daten zu nehmen. Sonderlich traurig darum war ich nicht. Am Tisch sitzen, gemütlich Bier trinken und mit Charles über Radreisen quatschen war durchaus gemütlicher als fast eine Stunde halbnackt im eher kühlen Zimmer rumzustehen.

Pannen? Können wir!

Am nächsten Vormittag verabschiedeten wir uns von Cristian und Charles. Für uns ging es auf die asphaltierte Ruta 3.

Nicht einmal 10 Kilometer später hatte Olli mal wieder einen Platten. Läuft bei uns zur Zeit – zumindest was Löcher angeht. So legten wir eine unfreiwillige Pause zum reparieren ein. Schlauch geflickt, zurück ins Rad. Nach wenigen Hüben mit der Luftpumpe machte es auf einmal „BÄM“. Schlauch geplatzt, trotz noch viel zu wenig Druck. Immerhin hatten wir noch einen neuen Schlauch im Gepäck der auf seinen Einsatz wartete.

Endlich konnten wir weiter rollen. Die Landschaft in dieser Ecke des Landes faszinierte nicht sonderlich. Flaches Land und Wiesen soweit das Auge reicht. Dazu noch eine Ladung grauer Himmel. Hätte alles auch irgendwo in Norddeutschland sein können – wären da nicht die unendlichen Weiten zwischen den einzelnen Ortschaften.

Gegen Abend rollten wir an einem Haus vorbei neben welchem ein Strommast stand. Da die Gegend ansonsten quasi keinen Sichtschutz zum Zelt aufstellen bot, beschlossen wir hinter dem Haus (welches nicht bewohnt war und zur Stromversorgung gehört) zu campen. Wenig idyllisch, aber praktisch: Dort waren wir zumindest von der Straße aus nicht sichtbar und uns ballerten Nachts keine Lichter von Autoscheinwerfern ins Zelt.

Langeweile auf der Ruta 3

Nach einer ruhigen Nacht begrüßte uns morgens erneut grauer Himmel. Auch die Landschaft änderte sich an diesem Tag nicht. Einzige Abwechslung zum Vortag war der Wind, welcher uns nun entgegen blies und im Laufe des Tages immer stärker wurde.

Am Nachmittag stoppten wir an einer YPF-Tankstelle nahe dem Ort Villalonga. Da es recht frisch war gönnten wir uns heißes Wasser, welches es – dank der Mate-Sucht der ArgentinierInnen – an allen Tankstellen sehr günstig zu zapfen gibt. Kostenpunkt: meistens irgendwas zwischen 5 und 20 argentinischen Pesos pro Liter. (50 Pesos sind derzeit etwa 1 Euro.)

Während wir unseren Kaffee aufbrühten überlegten wir ob wir uns einen Teil der Ruta 3 ersparen könnten. Der Wind war inzwischen so stark, dass wir nur noch schleppend vorankamen. Unser eigentliches Tagesziel Pedro Luro, welches noch gut 40 Kilometer entfernt lag, an diesem Tag noch radelnd zu erreichen schrieben wir daher ab. Zudem freuten wir uns aufgrund der verdammt eintönigen Landschaft ohnehin sehr wenig auf die noch bevorstehenden Kilometer auf der Ruta 3.

So versuchten wir nach der Kaffeepause einen Truck oder Pickup zu erwischen, der zwei Radreisende bis zum nächsten Ort Pedro Luro mitnehmen würde. Der Versuch per Anhalter zu fahren war jedoch erfolglos. Da es derweil bereits 18 Uhr war und langsam dunkel wurde, entschieden wir uns für Zelt aufschlagen und Essen kochen.

Camping an Tankstellen in Argentinien

An Tankstellen zu campen ist oft nicht die schlechteste Entscheidung. Außer einer Kröte, welche uns am nächsten Morgen besuchte, interessierte sich niemand dafür, dass wir unser Zelt auf der Grünfläche hinter der Tanke aufgeschlagen hatten.

Neben dem bereits erwähnten (heißen) Wasser gibt es natürlich auch Snacks zu kaufen sowie eine Toilette. Außerdem verfügen viele der YPFs über Duschen. An manchen Orten muss für diese gezahlt werden, an anderen sind sie umsonst.

In dieser Nacht waren wir aufgrund des Regens und extrem starken Windes jedoch vor allem froh über den Windschutz den ein rostiger Eisenbahnwaggon unserem Zelt bot. Trotz des vorhandenen Windschutzes wurden wir Nachts mehrfach von den enorm starken Böen geweckt. Am nächsten Morgen war der Spuk zum Glück vorbei.

 

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Comments 1

  1. Catch me if you can – THE ROAD IS LIFE
    Reply

    […] mal wieder in Kontakt mit Charles, einem kanadischen Radreisenden, welchen wir eine Weile zuvor in Viedma kennengelernt hatten. Deshalb wussten wir das Charles auf der gleichen Straße unterwegs war. Allerdings hatte er […]

    9 Juli, 2019

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