Waschen auf Radreise

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Waschen auf Radreise

Wer sich unsere Packlisten etwas genauer angesehen hat, hat wahrscheinlich festgestellt, dass wir beide nur eine kleine Menge an Kleidung mit uns führen.
Zum einen spielt Gewicht eine sehr große Rolle bei der Planung einer Radreise, zum anderen nehmen Kleidungsstücke einfach sehr viel Platz in den Packtaschen ein. Den eingesparten Platz nutzen wir lieber um mehr Futter mit nehmen zu können.

Somit sind wir aber auch gezwungen regelmäßig unsere Sachen zu reinigen. Natürlich kann man seine Sachen in den meisten Hotels und Hostels gegen eine Gebühr waschen lassen. Dies geht aber auf die Dauer ziemlich ins Geld und dies investieren wir lieber in gutes Essen und Bier.

Und was macht man, wenn man längere Zeit fernab von der Zivilisation unterwegs ist? Dann bleiben genau zwei Möglichkeiten: Entweder einfach den eigenen Geruch tapfer ertragen, oder sich im Vorfeld Gedanken machen und unterwegs waschen.

Unsere Outdoor-Waschmaschine

Mittlerweile gibt es in jedem Outdoor-Shop sogenannte Outdoor-Waschmaschinen. Da diese aber nur genau einen Zweck erfüllen und zwar waschen, nehmen sie unserer Meinung nach wieder zu viel Platz im Gepäck weg.

Wir nutzen zum waschen einfach unseren schwarzen 35L Packsack in welchem wir ansonsten unsere Isomatten und Schlafsäcke während der Fahrt wasserdicht transportieren. Denn wo keine Wasser rein kommt, kommt auch kein Wasser raus.

Grobe Verschmutzungen behandeln wir vorher mit etwas Wasser, Seife und bei besonders hartnäckigen Flecken mit einer kleinen Bürste (z.B. der Kopf einer alten Zahnbürste). Zum waschen geben wir unsere schmutzige Kleidung, ca. 10L Wasser und etwas natürlich Seife (wir nutzen unser festes Haarshampoo) in den Packsack. An sonnigen Tagen legen wir den Sack für einige Zeit in die Sonne. Während die Kleidung einweicht erhitzt sich das Wasser durch die Sonne ganz von alleine. Danach setzt man sich gemütlich auf seinen Campingstühle und walkt die Wäsche für ca. 30min mit den Füßen kräftig durch.

Nachdem wir das Waschwasser abgegossen haben, wird die Wäsche leicht ausgewrungen und es folgen noch ein bis zwei Spülwaschgänge mit jeweils 5L Wasser. Am Ende die Wäsche noch vorsichtig auswringen und ab auf die Leine damit.

Wir praktizieren die Methode schon seit langen auf unseren Reisen und sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Die Methode hat unserer Meinung nach drei große Vorteile:

1. Man kann mit Hilfe der Sonne auch in der Natur warm waschen.
2. Die Seife, auch wenn es sich um biologisch abbaubare Seife handelt, gelangt nicht direkt in Gewässer und wird durch das Erdreich zumindest etwas gefiltert.
3. Der Wasserverbrauch ist mit 20L weitaus geringer als bei einer Waschmaschine. Auch neuste Waschmaschinen benötigen heutzutage noch ca. 50L pro Waschgang.

Neben unserer Outdoor-Waschmaschine nehmen wir natürlich auch gerne die Angebote unserer Gastgeber an und benutzen deren Waschmaschinen. Wenn wir in Hotelzimmern nächtigen waschen wir unsere Kleidung auch mal im Waschbecken, der Dusche oder der Badewanne.

Auswahl der Kleidung und sinnvolle Tipps um weniger zu waschen

Um nicht allzu oft Waschen zu müssen, macht es durchaus Sinn sich im Vorfeld der Reise etwas Gedanken über die Auswahl der Kleidungsstücke zu machen bzw. einige kleine Dinge zu beachten:

1. Kleidung aus antibakteriellen Gewebe, wie z.B. Merinowolle

Vor der Reise habe ich meinen letzten Job als Veranstaltungstechniker auf dem Hurricane-Festival für einen intensiven Test von Merinowolle genutzt. So haben ich insgesamt vier Tage mit dem selben Longsleeve und den gleichen Socken bei starker Hitze in der prallen Sonne gearbeitet. Jeden Abend habe ich die Sachen zum Lüften aufgehängt und war am nächsten Morgen immer wieder überrascht, dass sie nicht stanken. Am fünften Tag habe ich die Sachen nicht auf Grund von Geruch, sondern nur weil sie völlig zu gestaubt waren, gewechselt. Hätte ich das mit normalen Baumwollprodukten getan, hätten mich meine lieben Kollegen bestimmt vom Festival gejagt.
Bei der Auswahl der Sachen habe ich darauf geachtet nur Produkte von Firmen zu kaufen bei den man die Bedingungen unter der die Wolle produziert wird komplett nachvollziehen kann. Dies ist meiner Meinung nach sehr wichtig, weil ich Praktiken wie Museling auf das schwerste Verurteile.

2. Schnelles Trocknen

Neben der antibakteriellen Eigenschaften von Merinowolle trocknet diese auch weitaus schneller als Sachen aus Baumwolle. Auch bei allen anderen Kleidungsstücken haben wir bewusst darauf geachtet, dass alles aus dünnen, möglichst schnell trocknenden Materialien besteht. In Hamburg hatten wir aufgrund des typisch Hamburger Wetters ja genügend Möglichkeiten dies zu testen.

3. Versuchen Dreck zu vermeiden

Es ist immer besser sich auf einen Campinghocker, die Isomatte oder eine Plastiktüte zu setzen als direkt ins Gras.

4. Kleidungsstücke regelmäßig lüften

Nachdem wir mit dem Radfahren für den Tag durch sind, wechseln wir unsere Kleidung und hängen die Sachen zu lüften über unsere Räder.
So kann man die Sachen weitaus länger tragen ohne beim Einkaufen etc. durch Mief unangenehm aufzufallen.

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