Willkommen im Dreiländereck

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Nach zwei Nächten in Puerto Iguazú waren meine Knöcheln zumindest wieder soweit abgeschwollen, dass wir uns für die kurze Strecke auf die andere Seite der Grenze nach Foz do Iguaçu erneut auf Rad wagen wollten. Da ich 2013/2014 für ein Jahr dort studiert habe, erwarteten mich dort Freunde, die immer noch in der Stadt leben. Entsprechend war für Foz ohnehin eine längere Pause vorgesehen, während welcher ich meine Knöchel dann komplett auskurieren wollte.

Tschüss Argentinien!

Wir packten also unsere sieben Sachen, verabschiedeten uns von Irma und Claribel und schwangen uns auf unsere Räder. Nach wenigen Kilometern erreichten wir die argentinische Migration. Die Ausreise verlief, wie immer bisher, sehr entspannt. Nach Sekunden hatten wir unsere Stempel im Pass. Im Anschluss ging es über den Grenzfluss. In der Mitte stoppten wir kurz, um ein paar Bilder zu knipsen. Ein paar Minuten später standen wir dann an der brasilianischen Migration.

Gedankenchaos

Während wir unsere Räder parkten, schwirrten eine Million Gedanken durch meinen Kopf. Keine Ahnung, wie oft ich diese Grenze bereits überquert habe. Bei meiner Abreise wusste ich nicht, ob ich jemals wieder kommen würde. Und obwohl ich die Stadt während meines Auslandsstudiums nie so richtig lieb gewonnen hatte, fiel es mir damals, nach einem Jahr, dann doch verdammt schwer Abschied zu nehmen. Hätte mir zu diesem Zeitpunkt jemand gesagt, dass ich hier in wenigen Jahren, nach mehreren tausend Kilometern mit dem Fahrrad durch Südamerika, mit dem Rad einreisen würde, hätte ich die entsprechende Person entweder ausgelacht oder für verrückt erklärt. Mitunter auch beides. Ich musste grinsen und freute ich mich ohne Ende über die komischen Wendungen die so ein Leben nimmt – sofern man sie denn zulässt und so etwas wie eine Radreise durch Südamerika beginnt.

Bom dia, Brasil!

Nun stand ich also erneut an der brasilianischen Migration, welche mir so vertraut war, und schob meinen Pass zum gefühlt tausendsten Mal unter dem Fensterchen des Migrationsschalters durch. Zack, Stempel drauf. Keine Fragen, keine Kontrollen unseres Gepäcks. Scheinbar hatte sich hier nicht viel geändert. Während wir unsere Räder am Schalter vorbei schoben tippte ich noch schnell ein “Hey Cesar, wir reisen gerade ein und sind bald bei dir” in mein Telefon. Bevor wir wieder auf unsere Räder stiegen, “mussten” wir noch ein Bild knipsen. Eins mit einem sehr hässlichen Grenzübergang und einer sehr glücklichen Sarah.

Ein Wiedersehen nach vielen Jahren

Wir rollten gut 15 Kilometer durch den langgestreckten Ort bis zum Haus meines Kumpels. Cesar und seine beiden Mitbewohner begrüßten uns mit literweise Bier. Es war zwar gerade mal 13 Uhr und Mittag hatten wir natürlich auch nicht gegessen, aber das Wiedersehen musste natürlich ausgiebig gefeiert werden. Wir schnackten bis in die Nacht und vernichteten dabei noch diverse weitere Liter, welche es zum Glück beim wenige Meter entfernten Kiosk gab.

Die Wasserfälle von Iguazú

Einige Tage später ging es für uns noch einmal über die Grenze nach Argentinien. Dieses Mal ohne Gepäck, zu den bekannten Wasserfällen und zu einem weitere Wiedersehen. Unser Radreise-Kumpel Charles, welchen wir in Viedma kennengelernt und in Necochea sowie Buenos Aires weitere Male getroffen hatten, hatte es derweil ebenfalls bis in die Stadt geschafft. Unseren Ausflug zu den “Cataratas” starteten wir daher zu dritt.

 

Was besuchen? Die Argentinische oder brasilianische Seite der Wasserfälle?

Da ich während meines Jahres an der Uni in Foz natürlich bereits beide Seiten der Wasserfälle mehrfach besucht hatte, war für mich klar, dass wir uns die argentinische Seite der “Cataratas” anschauen müssen. Für mich zwar nichts neues, aber, wenn wir schon mal in der Region sind, wollte ich Olli den Besuch bei den beeindruckenden Wasserfällen natürlich nicht vorenthalten.

Hat man nur Zeit für eine Seite (oder keine Lust zwei Mal das, gar nicht so günstige, Eintrittsgeld zu zahlen), würde ich jedem die argentinische Seite empfehlen. Der Grund dafür ist einfach, denn hier gibt es wesentlich mehr zu sehen. Während die brasilianische Seite lediglich eine Panorama Ansicht auf die Wassermassen bietet, finden sich auf der argentinischen Seite mehrere, im Vergleich zu der anderen Seite, recht lange Wanderwege, welche viele verschiedene Perspektiven bieten. So kann man die unzähligen Wasserfälle von nah als auch von fern bewundern. Auch die Besuchermassen verteilen sich hier wesentlich besser als auf der anderen Seite der Wasserfälle.

Zwischendurch begegnen einem immer wieder Horden süßer kleine Nasenbären. Die kleinen Racker sind sehr neugierig und, wie sollte es auch anders sein, vor allem am Essen der Touristen interessiert. Könnte ja sein, das jemand zufällig etwas fallen lässt. (Sollte man natürlich vermeiden, da Menschen- und Nasenbären-Nahrung sich nicht wirklich überschneiden).

Während unserer mehrstündigen Wanderung auf den Pfaden durch den Nationalpark quatschten wir natürlich durchgehend mit unserem Kumpel Charles, welchen wir inzwischen schon einige Monate nicht mehr gesehen hatten – und das, obwohl er seit Buenos Aires eine ähnliche Strecke wie wir gefahren war (zunächst durch Uruguay, später dann durch die Provinzen Corrientes und Misiones in Argentinien).

Zurück nach Puerto Iguazú

Im Anschluss ging es zurück nach Puerto Iguazú, wo wir mit Charles noch eine ganze Menge Futter und Bier verdrückten. Danach hieß es ein viertes Mal: Abschied von Charles nehmen, auch wenn wir uns recht sicher waren, ihm bestimmt auf unserer anstehenden Tour durch Paraguay erneut zu begegnen.

Mit dem Bus nach Foz

Wir hüpften in den letzten Bus nach Foz do Iguaçu. Zwei Stempel und einige Kilometer später standen wir am Busbahnhof im Zentrum des Ortes. Von dort aus ging es zurück zum Haus von Cesar, wo wir einige weitere Tage blieben. Diese verbrachten wir weiterhin mit viel Bier, unterbrochen von Grillen, gefolgt von noch mehr Bier.

Zeit für neue Mäntel!

Zwischendurch gab es außerdem „neue Schuhe“ (Mäntel) für unsere Räder. Nachdem unsere Schwalbe Marathon GT 365 die ersten ca. 4500 Km auf unserer Reise nur mit viel Mühe und Not überstanden haben und wir, aufgrund der weichen Gummi-Mischung, welche den südamerikanischen Kletten etc. einfach nicht gewachsen war, andauernd von Platten geplagt wurden, wurde uns von Schwalbe netterweise Ersatz (in Form der Marathon Mondial Mäntel) gestellt. Unsere neuen Mondial erwarteten uns schon eine Weile in Iguaçu und wir waren froh diese endlich auf unsere Reifen ziehen zu können. Die Mondial bestehen, im Vergleich zu den anderen Mänteln, die wir zuvor genutzt haben, aus einer härteren Gummi-Mischung. Entsprechend erhoffen wir uns von dem Wechsel vor allem, dass sich in Zukunft nicht mehr ganz so viel fiese kleine Stacheln & co. durch unsere Reifen bohren.

Ein Umzug in der Stadt

Da wir in Foz noch eine Einladung von einem anderen Freund von mir hatten, zogen wir nach etwa einer Woche zu Thiago. Dort verbrachten wir einige weitere Tage, an welchen wir einerseits haufenweise Thiagos liebstes Gericht Pizza für uns alle zubereiteten, uns vom vielen Bier erholten und die Zeit zum Schreiben nutzten.

Nur noch ein Bier!

An unserem letzten Abend in Foz verirrten wir uns dann erneut zu Cesar. Ein Abschiedsbier trinken. Aus dem einen Bier wurden, ihr ahnt es vielleicht, verdammt viele. Irgendwann wurde es kalt, weshalb wir uns für den Weg zurück zu Thiago noch ein paar zusätzliche Klamotten liehen. Im Anschluss fuhren wir, sehr sehr langsam und in Schlangenlinien, mit unseren Rädern zurück zu Thiago.

Jetzt aber wirklich: Raus hier!

Am nächsten Tag schafften wir dann tatsächlich den Abflug aus Iguaçu. Aufgrund der vielen alkoholischen Getränke am Vorabend und da wir Cesar ja noch seine Kleidung zurück geben mussten, natürlich nicht sonderlich früh. Aber: Wir kennen uns ja und hatten entsprechend geplant an diesem Tag lediglich die Grenze nach Paraguay (Ciudad del Este) zu überqueren. Inzwischen hatte sich mein aus der Provinz Misiones mitgebrachtes Problem mit meinen angeschwollenen Knöcheln zum Glück nach den vielen Off-days von alleine erledigt und ich war wieder fit zum Radfahren.

Nach rund 10 Kilometern bis zur Puente de Amistad, welche auch die Grenze darstellt, hieß es daher erneut: Migration.

Die schnellste Ein- und Ausreise jemals

Eine Besonderheit der Grenze zwischen Foz do Iguaçu und Ciudad del Este ist, dass hier nicht wirklich Grenzkontrollen stattfinden. Wohnt man in einem der Orte oder möchte die jeweils andere Stadt nur für ein paar Stunden (z.B. zum Einkaufen besuchen) fährt man hier einfach unbehelligt an allen Migrationsmitarbeitern vorbei.

Entsprechend wenig war im Büro der brasilianischen als auch der paraguayischen Migration los. Gähnende Leere und gelangweilte Angestellte, die irgendeinen Quatsch im Fernsehen schauten. Auch hier hieß es: Stempel rein und Tschüss. Unsere Räder bzw. Taschen wollte niemand kontrollieren.

Den Weg über die Puente de Amistad schoben wir aufgrund des extrem hohen Verkehrsaufkommens. Auf der Straße wären wir fahrend definitiv langsamer gewesen als über den Fußweg schiebend und hätten zwischen hunderten LKWs festgesteckt.

Hola Land Nummer #05!

Auch nach der Brücke bzw. paraguayischen Migration schoben wir noch einige hundert Meter durch das Chaos hunderter Autos, Verkäufer und Fußgänger, bevor wir uns wieder auf unsere Räder setzten. An diesem Tag ging es für uns nur noch bis zu unserem Couchsurfing Host Robert, welcher etwa 10 Kilometer weiter, etwas mehr am Rand der wuseligen Stadt wohnt.

 

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