Wunderbare Menschen und beschissenes Wetter

  • Wunderbare Menschen und beschissenes Wetter
  • Wunderbare Menschen und beschissenes Wetter

Auch HamburgerInnen mögen keinen Regen am Morgen!

Da unsere Gastgeberin am Tag unserer Abfahrt andere Gäste erwartete und unser Zimmer putzen wollte, verließen wir Alicia bereits gegen 9 Uhr. Grauer Himmel, Regen und Gegenwind luden nicht gerade zum Radfahren ein. Da wir wenig Lust hatten klatschnass in den Tag zu starten und uns von vorbeifahrenden Trucks Pfützendreck um die Ohren schleudern zu lassen, versuchten wir ein Auto zu stoppen.

Nach einer Weile klappte es auch mit dem per Anhalter fahren. Ein freundlicher Herr mit einem Pickup hielt. Zwar konnte er uns lediglich ein Stück mitnehmen, aber wir nahmen dennoch dankend an, in der Hoffnung, so vielleicht auch dem Regen zu entkommen, welcher gegen Mittag schwächer werden sollte. Vielleicht war das Wetter etwas weiter nördlich ja auch ohnehin besser.

Während der kurzen Fahrt bot uns der Fahrer salzige Cracker an und wir schnackten eine Weile über unsere Reise. Er empfahl uns zudem eine Route (die RP 51) Richtung Buenos Aires, welche oberhalb von Bahía Blanca im Vergleich zu anderen Straßen weniger befahren sein soll. Nach 30 Kilometern ließ er uns gegenüber von dem Dorf Mayor Buratovic an einem Bushäuschen raus. Da es immer noch pisste stellten wir uns zunächst in das Bushäuschen und nahmen einen weiteren kleinen Snack zu uns. Irgendwann musste der Regen doch zumindest mal weniger werden!

Upcycling: Eine Rahmentasche für Bananen

Der Straßenrand zeugte auch an diesem Tag wieder davon, dass die Region Zwiebelanbaugebiet ist – oder hier zumindest viele mit Zwiebeln beladene Trucks vorbeifuhren. Überall lagen alte Zwiebelnetze sowie Zwiebelreste. So hielten wir Ausschau, ob wir vielleicht noch irgendwo eine frische, nicht geschimmelte, Zwiebel für unser Abendbrot entdecken. Vergeblich.

Dafür brachten die alten Netze Olli auf eine Idee: Er bastelte sich daraus einen Bananen-Halter für seinen Rahmen, während wir noch darauf warteten, dass der Regen weniger wird. Dafür nutze er einfach zwei Gummibänder (Span-Fix), die wir ohnehin noch dabei hatten, sowie eins der Zwiebelnetze vom Straßenrand.

Als es nach einer Weile nur noch nieselte stiegen wir auf unsere Räder. Später klarte es tatsächlich irgendwann auf. Der Wind blies uns jedoch immer noch entgegen und so legten wir die nächsten 30 Kilometer bis zum Ort Teniente Origone nicht besonders schnell, aber immerhin relativ trocken zurück.

Teniente Origone: Ein winziges Kaff an der Ruta 3

Da wir nicht genügend Wasser für unser Abendbrot sowie Frühstück am nächsten Morgen im Gepäck hatten fuhren wir in Teniente Origone von der Ruta 3 ab und in den kleinen Ort hinein.

Kurz hinter dem Ortseingang entdeckten wir zwei Menschen vor ihrem Haus. Wir stoppten, um nach Wasser zu fragen. Die beiden erwiesen sich mal wieder als absoluter Glücksgriff. “Natürlich helfen wir euch mit so viel Wasser wir ihr wollt, aber erzählt doch erst einmal, was ihr hier macht!” Während wir mit den beiden, Olga und Diego, quatschten, lief Olga auf einmal ins Haus. Kurz darauf kam sie mit mehreren Mandarinen und Crackern zurück und drückte uns diese für unsere Weiterfahrt in die Hand. Diegos Reaktion darauf überraschte uns noch mehr: “Ich will euch auch etwas schenken!” Mit diesen Worten lief er zu seinem Auto.

Es stellte sich heraus, dass er im Vertrieb eines großen Erfrischungsgetränkeherstellers arbeitete. Sein komplettes Auto war voller Getränkeflaschen. Er rief uns zu sich und sagte, wir sollen uns etwas aussuchen. Nachdem Olli eine Flasche gewählt hatte war es mit den Geschenken jedoch immer noch nicht genug. Ich sollte mir eine eigene Aussuchen, damit wir unsere Zuckerbrause nicht miteinander teilen müssen. Wir waren mal wieder baff von so viel Gastfreundschaft – schließlich wären wir mit ein paar Litern Wasser schon überglücklich gewesen.

Nach einer Weile verabschiedeten wir uns von den beiden und tauschten noch Facebook Kontakte aus. Wir sollten uns melden, wenn wir Hilfe brauchen und wurden eingeladen jederzeit zurück zu kommen.

Strömender Regen und platte Reifen

Zurück auf der Ruta 3 bekamen wir dann doch noch unsere Ladung strömenden Regen ab. Dunkelgrauer Himmel und starker Regen sorgten für extrem schlechte Sicht, weshalb wir mal wieder unsere Warnwesten auspackten. Auch mit dieser fühlte ich mich an diesem Nachmittag quasi unsichtbar.

Nach etwa 15 Kilometern rief Olli plötzlich “Stopp!” Er hatte mal wieder einen Platten. Sekunden später bemerkte er, dass auch sein zweiter Reifen Luft verlor. Auf dem sehr breiten Seitenstreifen standen viele Bäume und wir versuchten dazwischen Schutz zu finden. Dies war nicht so richtig erfolgreich, da der Regen zu stark und die Bäume zu weit auseinander standen, um ernsthaft irgendeinen Schutz zu bieten.

Frierend beschlossen wir die Löcher später zu flicken, bevor die Nässe durch unsere Regenklamotten kriecht. Daher bauten stattdessen unser Zelt auf, um uns vor dem Reparieren erst einmal aufzuwärmen. Eingemümmelt in unsere Schlafsäcke genossen wir die Mandarinen, Cracker und Brause, welche uns zuvor geschenkt wurden.

Als der heftige Regen am späten Nachmittag stoppte war bereits klar, dass wir an diesem Tag wohl nicht mehr weiterfahren. Dann geht es halt es morgen nach Bahía Blanca. Die verbleibenden 40 Kilometer hätten wir ohnehin nicht mehr im Hellen geschafft. Im Dunkeln fahren wir hier nicht, da viele argentinische Autofahrer leider null Respekt vor lebenden Wesen haben, egal ob es sich um Radfahrer, Fußgänger oder Tiere handelt. Während Olli seine Löcher flickte, kochte ich daher in Ruhe unser Abendessen mit Ausblick auf den hübschen Sonnenuntergang über der benachbarten Kuhwiese.

 

♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Unterstütze uns!*

Wenn du Lust hast unsere Radreise zu supporten, gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten:

– Vorbestellung von einem selbstgemachten Schlüsselanhänger aus einer der Ketten mit denen wir derzeit tausende Kilometer durch Südamerika fahren. Sobald wir unsere Ketten tauschen, werden wir diese upcyclen, da wir unserem “Müll” gerne ein neues Leben einhauchen möchten. Ein kleines Stückchen unserer Reise kannst du im Anschluss erstehen und uns so helfen Spenden für unsere Fundraising Aktion für sauberes Trinkwasser zu sammeln. Mehr Infos findest du hier.

– Kaufe unser Buch “Outdoor Cooking – vegane Rezepte für den nächsten Roadtrip”  oder Sarahs erstes Buch “Vegan Guerilla – die Revolution beginnt in der Küche” . Einen kleinen Einblick in die Bücher findest du hier.

– Falls du dir gerade neue Ausrüstung zulegen möchtest, kaufe diese doch bei Globetrotter über unseren Partnerlink und wir bekommen eine kleine Provision dafür.

– Wenn du noch auf der Suche nach einer kostenlosen Kreditkarte bist, die du im Ausland ohne Gebühren nutzen kannst und die dir zusätzlich auch alle Fremdgebühren erstattet, nutze doch unseren Partnerlink zur Santander 1 Plus Visa KreditkarteWarum wir diese Kreditkarte nutzen erfährst du hier.

– Supporte unsere Reise & Hostinggebühren für diese Website mit einem kleinen Betrag via Kofi.

– Spende für unsere Fundraising Aktion für sauberes Trinkwasser & Viva con Agua de St. Pauli e.V. (gespendet Beträge gehen zu 100% an Viva con Agua. Du erhältst außerdem eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung!)

– Wenn du selbst gerade einen Urlaub planst & Unterkünfte buchen möchtest, kannst du dies über unsere Booking bzw. Airbnb Empfehlungslinks tun. Über die Links erhälst du für deine erste Buchung bei Booking 15€ & bei Airbnb 25€ und wir erhalten ebenfalls eine Gutschrift über den gleichen Betrag. Du verreist günstiger und wir können ebenfalls einen entspannten Offday einlegen.

* Dieser Absatz enthält Werbung in Form von Markennennungen, Verlinkungen und Affiliatelinks.

— Werbung aufgrund von Produktnennung —

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.